Mehr Angebote für Behinderte

Viele Ehrenamtliche engagierten sich über ein Jahr bei der Entwicklung des Aktionsplans.
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Viele Ehrenamtliche engagierten sich über ein Jahr bei der Entwicklung des Aktionsplans.

Landrat und Verwaltung stellen Aktionsplan „Perspektiven für Inklusion“ vor / Mehr als 50 Ideen zur aktiven Teilhabe

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20. Januar 2018, 16:00 Uhr

Genau vor einem Jahr fiel der Startschuss für die Entwicklung eines Aktionsplans für bessere Beschäftigung, Mobilität und mehr gesellschaftlicher Teilhabe am öffentlichen Leben von behinderten Menschen im Kreis Pinneberg (wir berichteten). Gestern stellten nun Landrat Oliver Stolz, Behindertenbeauftragter Axel Vogt und Birgit Schucht von der Abteilung Sozialplanung und Steuerung die Ergebnisse der Projektarbeit vor.

Hauptanliegen des Plans ist es, die vielfältigen Probleme und Hürden von Menschen mit Behinderung zu benennen und die Lebenssituation von Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen langfristig verbessern zu können. Weit über 100 Personen erarbeiteten in mehr als 50 Workshops Maßnahmen zur Inklusion von behinderten Menschen. Ein Viertel der Teilnehmer ist selbst betroffen oder Angehöriger.


Über 100 Menschen haben sich engagiert

„Eine sehr gute Quote“, bewertet Birgit Schucht – in der Verwaltung verantwortlich für den Gesamtprozess – sowohl die Teilnehmerzahl insgesamt als auch den Anteil von Betroffenen. „Das Klima in den Gruppen ist sehr gut und alle haben die Möglichkeit, gehört zu werden“, so ihr Zwischenresümee.

Ein wichtiger Ansatz, schließlich leben im Kreis Pinneberg 23 400 Schwerbehinderte, das heißt, sie haben einen dauerhaften Einschränkungsgrad von mindestens 50 Prozent. Hinzu kommen 8000 Schwerbehinderte, die einen entsprechenden Ausweis besitzen, diesen aber nicht verlängert haben sowie Menschen, die zwar Einschränkungen haben, aber nicht als Schwerbehinderte eingestuft sind.


Einiges erreicht, aber es gibt noch viel zu tun

Die ersten Ergebnisse zeigen, dass der Kreis Pinneberg in Sachen Inklusion in weiten Teilen schon einiges bewegt hat. Beispiele hierfür sind die Schulbegleitung, die Förderzentren in Appen und Elmshorn, das Projekt Übergang Schule/Beruf, die Schwerbehindertenquote des Arbeitgebers Kreis. Die aktuelle Quote liegt bereits über den gesetzlichen Vorgaben von fünf Prozent, nämlich bei 6,4 Prozent.

Aber es gibt noch viel zu tun, so die einstimmige Einschätzung im Kreishaus. Die angestrebten Ziele reichen von internen Fortbildungen für Mitarbeiter der Kreisverwaltung über die Bewertung von Kulturstätten im Kreis bis hin zu größeren Projekten wie die Ausweitung des ÖPNV oder die zentrale Steuerung zum Bezug von Leistungen. „Das Thema Inklusion wird durch den Aktionsplan insbesondere auch von denen bewusster wahrgenommen, die bisher im beruflichen oder privaten Umfeld noch keine oder wenig Berührungspunkte mit Beeinträchtigungen haben“, so der Behindertenbeauftragte . Jetzt geht es an die Umsetzung der gesteckten Ziele. Vogt verspricht, sich darum zu kümmern: „Denn nur gedrucktes Papier zwischen zwei Buchdeckeln bringt allein keine Veränderung, es muss auch was passieren. Ohne die tolle Mitarbeit von so vielen engagierten Menschen wäre so ein lauter Startschuss kaum möglich gewesen“, so Vogt abschließend. Landrat Oliver Stolz freut sich ebenfalls: „In einer Zeit, in der es immer schwieriger wird, Menschen für ehrenamtliche Tätigkeit zu gewinnen, verdient dieser Einsatz besondere Würdigung. Dass mehr als 100 Personen freiwillig an diesem Plan mitgearbeitet und ihre Zeit zur Verfügung gestellt haben, hat mich sehr beeindruckt. Alle geplanten Workshops fanden innerhalb eines Jahres statt, nicht ein einziger fiel aus, so dass wir jetzt einen konkreten Aktionsplan vorliegen haben. Ich freue mich darauf, mit der Kreisverwaltung einen Beitrag zur Umsetzung der Maßnahmen zu leisten.“


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