Mehr als nur Scheunenfeten

Die Landjugend-Ortsgruppen Borstel-Hohenraden, Barmstedt und Hörnerkirchen sind oft gemeinsam unterwegs,
Die Landjugend-Ortsgruppen Borstel-Hohenraden, Barmstedt und Hörnerkirchen sind oft gemeinsam unterwegs,

Die Landjugend Borstel-Hohenraden bietet den Jugendlichen ihrer Gemeinde und den umliegenden Dörfern Ausflüge und Aktivitäten

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30. Mai 2018, 16:00 Uhr

Die Landjugend: Früher ein Ort zum Kennenlernen, zum Freundschaften schließen oder vielleicht auch für die erste große Liebe. So gut wie jedes Dorf im Kreis Pinneberg hatte solch eine Ortsgruppe. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Landjugend zieht es in die Städte. Hat das Leben auf dem Dorf also keinen Reiz mehr für Jugendliche?

Nicht, wenn es nach der Landjugend (Laju) Borstel-Hohenraden geht. Eine Gruppe von etwa 85 jungen Menschen, die die Dorfgemeinschaft in ihrer Gemeinde und den umliegenden Dörfern stärken wollen. „Wir organisieren viele Aktivitäten, fahren beispielsweise in den Heidepark, zum Schlittschuhlaufen oder zur Scheunenfete“, erklärt Mats Lukas Matthiesen, Mitglied der Laju Borstel-Hohenraden. So wie am vergangenen Pfingstwochenende. Mit einem Reisebus ging es von Egenbüttel über Borstel-Hohenraden bis nach Hemdingen und Barmstedt, um die 114  Teilnehmer einzusammeln. Anschließend fuhr man gemeinsam zur Pfingstfete nach Albersdorf. „Die Organisation solcher Fahrten wechselt von Jahr zu Jahr zwischen den Landjugenden“, berichtet Matthiesen. Außer der Laju Borstel-Hohenraden gibt es noch unter anderem Ortsgruppen in Hörnerkirchen, Barmstedt und Hohenhorst. Entstanden ist die Ortsgruppe Borstel-Hohenraden 2016 aus der ehemaligen Landjugend Elmshorn. Auch Matthiesen ist bewusst, dass für viele Jugendliche, die auf dem Land aufgewachsen sind, der Trend zur Stadt gehe. Doch gerade deshalb sei die Landjugend so wichtig. „Wir wollen den Jugendlichen einfach etwas bieten“, so Matthiesen. Und das klappe vor allem mit den Ausflugsangeboten und den Partys. Gerade deshalb, weil Mitglieder der Landjugend günstiger mitfahren können. „Ein Besuch bei Hamburg Dungeon oder im Rabatzz würde beispielsweise zehn Euro kosten. Mitglieder kommen für fünf Euro rein“, erklärt Matthiesen. Das hat Erfolg: Die Party-Touren und Ausflüge sind regelmäßig ausgebucht. Nicht nur von Jugendlichen aus dem eigenen Dorf, sondern auch den umliegenden Gemeinden wie Appen oder Prisdorf. Um dabei zu sein, muss man allerdings mindestens 16 Jahre alt sein. Ein Mitgliedsbeitrag von 17  Euro pro Jahr wird ebenfalls fällig. Aus Sicht des ehemaligen Vorsitzenden aber gut investiertes Geld.

Ganz wichtig sei Matthiesen vor allem, dass man mit den anderen Landjugenden zusammenarbeitet. „Es gab ja gerade früher zwischen den Dörfern eher mal Ärger auf irgendwelchen Feiern oder Ausfahrten. Das wollten und haben wir geändert – wir machen mittlerweile vieles mit den anderen Ortsgruppen gemeinsam.“

Jeden dritten Donnerstag trifft sich die Laju Borstel-Hohenraden im örtlichen Lokal „Zur Schmiede“, Quickborner Straße 71, ab 19 Uhr. „Gerade für Jugendliche, die neu dazukommen, sind diese Treffen ideal, um den Rest kennenzulernen“, sagt Matthiesen. „Jeder, der sich angesprochen fühlt, ist willkommen.“

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