Der Arbeitsmarkt im Kreisgebiet : Mehr als 600 Lehrstellen im Kreis Pinneberg sind unbesetzt

Besonders gefragt bleiben Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem Studium.
Besonders gefragt bleiben Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem Studium.

Zahl der Arbeitslosen im Kreis Pinneberg ist im Juni erneut gesunken. Arbeitsagentur spricht von sonniger Lage am Arbeitsmarkt.

shz.de von
01. Juli 2015, 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Arbeitsagentur Elmshorn spricht für den Juni 2015 von einer „sonnigen Lage am Arbeitsmarkt“. 8502 Menschen war im Juni arbeitslos gemeldet und damit 135 Menschen weniger als noch im Mai. Somit ging auch die Arbeitslosenquote im Kreis Pinneberg von 5,1 Prozent auf 5,0 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat war sie sogar um 0,3 Prozentpunkte gesunken.

„Unbeeindruckt von den aktuellen weltwirtschaftlichen Krisenthemen bleibt die Nachfrage nach Arbeitskräften in unserer Region hoch“, sagte Thomas Kenntemich, der die Agentur für Arbeit in Elmshorn leitet. Im Juni hätten die Stellenmeldungen bei der Arbeitsagentur sogar noch zugenommen, insbesondere auf dem Bau, im Handwerk und in Erziehungsberufen sei die Nachfrage nach Arbeitskräften derzeit hoch, sagte Kenntemich.

„Besonders gefragt bleiben Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem Studium. Eine gute berufliche Qualifikation führt meist zu mehr Karrierechancen und zu einem besseren Verdienst. Zudem ist die Gefahr, arbeitslos zu werden oder zu bleiben, geringer“, sagte Kenntemich. Die Zahl der Arbeitslosen mit einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung sei im vergangenen Jahr überdurchschnittlich um 5,4 Prozent gesunken, die der arbeitslosen Akademiker sogar um 8,3 Prozent. Doch auch ungelernte Arbeitslose profitierten vom guten Arbeitsmarkt, allerdings ging ihre Zahl nur um 2,3 Prozent zurück.

In den kommenden Wochen beginnen die Betriebe , neue Lehrlinge auszubilden. Laut Arbeitsagentur seien die Chancen immer noch gut, einen Ausbildungsplatz für dieses Jahr zu bekommen, denn derzeit sind bei der Arbeitsagentur 603 offene Ausbildungsstellen gemeldet.

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Am meisten gesucht werden Auszubildende zum Kaufmann im Einzelhandel. Dort seien 58 offene Ausbildungsplätze gemeldet. Aber auch Lehrlinge zum Verkäufer (27 gemeldete offene Stellen), zur Fachkraft für Lagerlogistik (22), zum Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (21) sowie zum Fachverkäufer Lebensmittelhändler Bäckerei (20) werden gesucht. Die anderen freien Lehrstellen verteilen sich auf unterschiedliche Berufe.

Kenntemich riet den Ausbildungssuchenden: „Wer noch auf der Suche nach einer Ausbildung ist, sollte sich nicht nur an den Top-Ten orientieren. Alternativen in nicht so bekannten Ausbildungsberufen sind oft chancenreich, weil die Zahl der Mitbewerber oft geringer ist.“

Außerdem wies Kenntemich darauf hin, dass in den kommenden Wochen Unternehmen noch weitere freie Ausbildungsplätze melden würden. Denn es käme immer wieder vor, dass ursprünglich an junge Leute vergebene Lehrstellen doch noch frei würden.

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