Westlich von Helgoland : Mehr als 50 Kilometer lange Ölspur in der Nordsee entdeckt

Der Ölteppich ist über 50 Kilometer lang.

Der Ölteppich ist über 50 Kilometer lang.

Das Havariekommando hat mehrere Schiffe zur Ölbekämpfung in das Einsatzgebiet geschickt.

shz.de von
17. August 2018, 21:43 Uhr

Helgoland | Die Besatzung eines Bundespolizei-Hubschraubers hat am Freitagvormittag eine über 50 Kilometer lange Ölspur in der Nordsee vor Helgoland entdeckt. Es handele sich um eine „schmale Ölspur“ von 300 Meter Breite, in der sich vereinzelte Ölklumpen befinden, wie das Havariekommando am Freitag mitteilte. Sie befindet sich rund 25 Kilometer westlich der Hochseeinsel. Das Havariekommando hat am Mittag die Gesamteinsatzleitung übernommen.

Das betroffene Seegebiet wurde danach engmaschig vom Sensorflugzeug Do 228 sowie einem niederländischen Sensorflugzeug überflogen. Dabei sei über den Tag festgestellt worden, dass sich die Verschmutzung in der Auflösung befindet, hieß es. Um 17.30 Uhr habe das Sensorflugzeug keine bekämpfungsfähige Ölverschmutzung mehr an der Wasseroberfläche feststellen können.

Das Havariekommando vermutet aufgrund der ersten Erkenntnisse der Wasserschutzpolizei, dass sich das Öl aufgrund der Beimengungen von Reinigungsmitteln derart verändert hat, dass es unter die Wasseroberfläche abgesunken ist. Bekämpfungsmaßnahmen seien derzeit nicht möglich, weil das Öl für die Aufnahmeeinrichtungen der Ölbekämpfungsschiffe nicht erreichbar ist.

Das Havariekommando hatte die Ölbekämpfungsschiffe „Mellum“, „Neuwerk“ und „Luneplate“ in das Einsatzgebiet beordert. Das Mehrzweckschiff „Mellum“ war am Freitagnachmittag bereits im Einsatzgebiet und hatte mit der Ölbekämpfung begonnen. Die zwei weiteren Schiffe sollen nun unterstützen und nach bekämpfungsfähigem Öl an der Wasseroberfläche suchen.

Das Mehrzweckschiff „Mellum“ setzt ihre Sweepingarme zur Ölbekämpfung ein.
Havariekommando

Das Mehrzweckschiff „Mellum“ setzt ihre Sweepingarme zur Ölbekämpfung ein.

Das Ölüberwachungsflugzeug vom Typ Do 228 wird am Freitagabend und Samstagfrüh weitere Kontrollflüge über das Gebiet durchführen. Zusätzlich werden Satellitenbilder der European Maritime Safety Agency (EMSA) die Wasseroberfläche in einem 50-Seemeilen-Korridor (entspricht ca. 93 km) abbilden.

Erst in der Nacht zum Mittwoch hatte ein Saugbagger-Schiff bei Baggerarbeiten in der Elbemündung rund 150 Liter Hydrauliköl verloren. Ein Zusammenhang zur nun entdeckten Ölspur bestehe jedoch nicht, sagte Simone Starke, Pressesprecherin des Havariekommandos, auf Anfrage von shz.de. Der Verursacher werde derzeit von der Polizei ermittelt.

(mit dpa)

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