Prozessauftakt : Maxx-Feuer in Wedel wurde mit einem Benzin-Geschirrtuch gelegt

Die Brandruine des Gebäudekomplexes – am Montag wurde bekannt, dass bald die Abrissbagger anrücken.
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Die Brandruine des Gebäudekomplexes – am Montag wurde bekannt, dass bald die Abrissbagger anrücken.

Prozessauftakt am Landgericht Itzehoe. Der Verwalter kündigt den Abriss der Brandruine an.

shz.de von
17. April 2018, 10:15 Uhr

Itzehoe/Wedel | Täglich fahren Tausende Autofahrer an der Brandruine vorbei. Der Anblick könnte bald ein anderer sein: Denn während in Itzehoe am Montag der Prozess gegen die mutmaßlichen Brandstifter der ehemaligen Diskothek Maxx Music Hall an der Rissener Straße in Wedel begonnen hat, gab der Immobilienverwalter des Gebäudekomplexes bekannt, dass bald die Abrissbagger anrücken.

Mit der Verlesung der Anklage startete vor dem Landgericht Itzehoe der Prozess um die Brandstiftung. In der Nacht zum 25. Mai stand der Gebäudekomplex in Flammen. Auf der Anklagebank sitzt der ehemalige Diskotheken-Betreiber. Der 37-Jährige soll seinen beiden Mitangeklagten 20.000 beziehungsweise 40.000 Euro versprochen haben, wenn sie in dem Gebäude Feuer legen. Das Geld wollte er den 38 und 36 Jahre alten Männern laut Anklage später aus der Versicherungssumme zahlen. Die Beweisaufnahme soll am zweiten Verhandlungstag beginnen.

Schaden von knapp 2,58 Millionen Euro

Der 38-jährige Wedeler hatte jedoch vor den Ermittlern die Vorwürfe gestanden. Demnach drang er in der Nacht zum 25. Mai 2017 mit dem 36 Jahre alten Mann aus Hamburg durch einen Seiteneingang in das Gebäude ein. Mithilfe eines in Benzin getränkten Geschirrhandtuchs hätten sie das Feuer gelegt. Die Flammen zerstörten aber nicht nur die Diskothek, sondern das ganze Gebäude, in dem sich ein Restaurant, eine Spielhalle, eine Autovermietung und eine Werkstatt befanden. Laut Staatsanwaltschaft entstand ein Schaden von knapp 2,58 Millionen Euro. Der mutmaßliche Komplize des 38-Jährigen und der Diskotheken-Betreiber schwiegen bislang zu den Vorwürfen.

Zwei Feuerwehrleute verletzt

Zwei Feuerwehrleute wurden bei den stundenlangen Löscharbeiten – 180 Kräfte aus dem Kreisgebiet waren im Einsatz – in dem Gewerbegebiet verletzt. Sie kamen mit einer leichten Rauchvergiftung in ein Krankenhaus. Zwei Köche, die sich zum Schutz vor dem Feuer mehrere Stunden lang in einem Toilettenraum verschanzt hatten, überlebten den Großbrand unverletzt.

Medienberichten zufolge hat der Gebäudeverwalter nun angekündigt, dass der Abriss Ende April oder Anfang Mai beginnen kann. Der Eigentümer   überlege laut einem Bericht des Hamburger Abendblatts derzeit noch, ob er einen Neuaufbau selbst angehe oder das Grundstück verkauft. „Es haben noch keine Gespräche mit dem Bauamt der Stadt stattgefunden“, wird der Verwalter zitiert.

Die Großraumdisco war über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und bis zu ihrer Schließung im Jahr 2013 ein beliebter Treffpunkt. Danach wechselten die Besitzer mehrfach. Zuletzt wurde sie als Event-Club geführt.

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