Marschpanoramen im Großformat

Fotograf Carsten Koch und Stationsleiterin Edelgard Heim vor der Fotografie „Alte Hofruine Neuendorf“.
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Fotograf Carsten Koch und Stationsleiterin Edelgard Heim vor der Fotografie „Alte Hofruine Neuendorf“.

Fotokünstler Carsten Koch stellt Werke im Elbmarschenhaus Haseldorf aus

shz.de von
17. Januar 2018, 16:00 Uhr

„Ich dachte schon, wir müssten hier anbauen“, sagt Stationsleiterin Edelgard Heim in ihrer Begrüßungsrede am Freitag während der Vernissage zur neuen Ausstellung „Radius 22“ im Elbmarschenhaus, überwältigt von der Größe der Bilder des Fotografen Carsten Koch. Die Ausstellung ist bis zum 11. Februar zu sehen.

Riesige Panoramabilder sind seit etwa zwei Jahren Kochs Spezialität. Der Fotokünstler gesteht ein, dass es allein drei Tage gedauert hätte, „diese komprimierte“ Welt aus etwa 400 Motiven für die doch sehr begrenzte Fläche im Elbmarschenhaus auszuwählen. Begrenzt aber nur vom Raum her, denn die Panoramaaufnahmen aus der Haseldorfer Marsch und Umgebung eröffnen den rund 30 Besuchern eine unendliche Weite und ein Gefühl, sich mitten in der Landschaft zu befinden und von dort aus bis zum Horizont sehen zu können.

Koch mag die großen Bilder und er nutzt die neuen Techniken von heute, um seine Fotos auf hinreißende Art zu verfremden, ohne ihnen ihre Natürlichkeit zu nehmen. Sie muten teils wie Gemälde an, wobei dieser Effekt auch durch den Druck auf schimmernde Aluminiumplatten erzielt wird. Im Gegensatz dazu hat Koch eine Collage aus kleinen Bildern auf Papier gedruckt zusammengestellt. Damit demonstriert er den unglaublichen Effekt, den die Panoramabilder erzielen.

Koch war erst 13 Jahre alt, als er seine erste Kamera in den Händen hielt – eine ganz einfache Boxkamera mit Rollfilm und zwei Blenden. Mit 19 Jahren fotografierte der junge Hamburger bereits sehr erfolgreich mit einer Rolleiflex im 6x6-cm-Format. Das geschah vor 52 Jahren und war der Beginn einer großen Leidenschaft. Im Laufe seines Lebens als Fotograf hätte er mehr als 21 analoge und digitale Kameras „verschlissen“, sagt Koch. Auch könne er sich nicht der sich immer weiter entwickelnden Technik entziehen, so der Fotograf. Derzeit würde er am liebsten mit seiner lichtstarken und handlichen Bridgekamera RX10 von Sony fotografieren. Die könne er auch bei Wind und Wetter unter der Jacke in jeder Situation dabeihaben. Gerne ziehe er bei seiner Motivsuche schon mal durch unwegsames Gelände und scheue auch keine matschigen Wiesen. Für Koch ist die Fähigkeit, Beobachtungen des Auges in Bilder umzusetzen, immer wieder faszinierend. Es sei dem menschlichen Auge ohne Licht nicht möglich, eine „Wanderung durch die vielen Sichtweisen und Wahrnehmungen in der unterschiedlichsten Art in Bilder zu transponieren“, sinniert der Fotograf, der seit 2007 Mitglied bei Kunst im Mittelpunkt (Kim) ist.



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