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Die gute Seele des Museums : Margot Drews und das Ehrenamt für das Pinneberg Museum

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Margot Drews veranstaltet Lesungen und entwirft Rätselaufgaben für Pinneberg Museum. Ein Engagement mit viel Herzblut.

Pinneberg | Margot Drews sitzt im Empfangsbereich des Pinneberg Museums. Hulu, eine Stofftier-Eule, sitzt neben ihr. Als eine Familie das Museum betritt, verteilt Drews Rätselaufgaben an die Kinder. Die Eltern erhalten Informationen über Dauer- und Sonderausstellungen. Einige Rätsel für den „Familientag“ im Museum hat die ehrenamtliche Helferin selbst entwickelt. Die Kinder können sich beispielsweise historische Details mithilfe von kleinen, in der Ausstellung wiederzufindenden Eulenbildern spielerisch erarbeiten.

Die Pinnebergerin ist eine von neun ehrenamtlichen Helfern von Museumsleiterin Ina Duggen-Below. „Ohne Ehrenamtliche im Museum geht es nicht“, betont Duggen-Below. Drews arbeitet seit 2012 im Museum. Besucher können sich mit der regionalen Stadt-, Kreis- und Landeshistorie auseinandersetzen. Drews Aufgabenspektrum ist facettenreich. Es reicht von der Vitrinen-Reinigung, dem Mitgestalten und dem Aufbau von Ausstellungen bis hin zu Anregungen für das Museumsprogramm.

Zum Angebot der Einrichtung gehören dauerhafte Präsentationen, in denen die Sammlungen des Museums exemplarisch zu sehen sind. Darüber hinaus gibt es jährlich wechselnde Sonderausstellungen.

Die 72-jährige Pinnebergerin engagiert sich bereits seit Jahrzehnten im kulturellen wie im sozialen Bereich. Ein- bis zweimal im Jahr veranstaltet Drews Lesungen im Museum. Die als Autorin tätige Drews bringt dabei viel Erfahrung mit ein. Sie organisierte bereits von 2005 bis 2011 das Literaturcafé in der Drostei. „Die ehemalige Geschäftsführerin der Drostei, Erle Bessert, hat mich angeregt, selber zu schreiben“, erinnert sie sich. Mit ihren Lesungen ist sie nun im Pinneberg Museum aktiv. Sie organisiert im September bereits die sechste Lesung mit mehreren Autoren.

Drews ist darüber hinaus für den an jedem ersten Sonnabend im Monat veranstalteten Familiennachmittag verantwortlich. „Mithilfe des Angebots möchten wir Kinder, Eltern und deren Freunde dazu bringen, sich auf unkomplizierte Art und Weise mit der Geschichte Pinnebergs zu beschäftigen“, erläutert die ehrenamtliche Mitarbeiterin. Zahlreiche Rätsel- und Quizaufgaben hat sie bereits für das Veranstaltungsangebot kreiert. Die Mädchen und Jungen erhalten beispielsweise Foto-Ausschnitte von einem Elchgeweih. Es gilt, das betreffende Detail in der Gesamtausstellung wiederzufinden und es dem Objekt zuzuordnen. Drews belohnt die Kinder nach dem erfolgreichen Museumsgang mit einem Präsent. „Keiner geht hier ohne etwas raus.“

Museumsleiterin Ina Duggen-Below ist auf die Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern angewiesen.
Museumsleiterin Ina Duggen-Below ist auf die Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern angewiesen. Foto: Heiderhoff
 

Sie hat für die Kinder historische Informationen kindgerecht verpackt, ihre Enkel helfen ihr dabei. Junge Besucher können die Informationen schon bald mithilfe eines Audio-Guides abrufen. Doch auch an weiteren sogenannten „Hörstationen“ informiert Drews’ Stimme die Besucher über lokale historische Details – beispielsweise zur Weimarer Republik.

„Die Gäste zeigen sich beim Besuch häufig überrascht“, erläutert sie. Viele sagen, sie wussten gar nicht, dass Pinneberg so ein tolles Museum habe. Ein Kunstinteressierter habe das Museum sogar schon einmal als „Kleinod“ bezeichnet. Museumsleiterin Duggen-Below wurde auf Margot Drews während deren Einsatzes für das Freiwilligen Forum aufmerksam. Nachdem die Leiterin deren kulturelle Interessen registrierte, durfte die 72-Jährige mit ihrer Arbeit beginnen.

Die Hobby-Historikerin hat vor etwa zwei Jahren ihren Lebenspartner Gert Schmidt mit ins Museums-Boot geholt. Er ist dort schwerpunktmäßig als Aufsicht im Einsatz. Schmidt steht besonders wissbegierigen jungen Personen als Ansprechpartner zur Verfügung. Er möchte – und kann an das Engagement seiner Lebenspartnerin jedoch nicht heranreichen. „Frau Drews lebt für das Museum“, bilanziert Schmidt.

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erstellt am 29.Jun.2016 | 16:15 Uhr

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