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Goodbye Schenefeld : Marcel Stepel wandert aus und das Fernsehen ist dabei

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Über die Auswanderung hat der Fernsehsender Vox in seiner wöchentlichen Sendung „Goodbye Deutschland – die Auswanderer“ kürzlich berichtet.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2016 | 10:00 Uhr

Schenefeld | „Schreib’ das besser nicht auf“, diesen Satz sagt Marcel Stepel im Gespräch mit shz.de häufig. Dabei hat er viel zu erzählen. Aber er darf nicht.

Stepel stammt aus Schenefeld, wohnt aber seit einiger Zeit in der Schweiz. Über seine Auswanderung hat der Fernsehsender Vox in seiner wöchentlichen Sendung „Goodbye Deutschland – die Auswanderer“ kürzlich berichtet. Weitere Folgen rund um den einstigen Schenefelder, der mit seiner Ehefrau Stefanie im vergangenen Sommer Norddeutschland verließ, sind bereits in Planung. Was genau da gezeigt wird, darf Stepel aber nicht erzählen. Es soll spannend bleiben für das Fernsehpublikum.

Stepel ist Musiker und konnte unter seinem Künstlernamen Gano bereits einige Erfolge feiern. Eine Vereinshymne des Hamburger Sportvereins (HSV) stammt aus seiner Feder und zusammen mit dem Partykönig Michael Ammer hat er 2012 den Song „Ma Sex and Ma Luv“ aufgenommen – inklusive Musikvideo mit Stretch-Limousine und halbnackten Gespielinnen. Diese Party-Mucke sei ein Fehltritt gewesen, gibt Stepel heute zu: „Ich konnte mich mit der Musikrichtung nicht identifizieren.“

Danach wurden die Zeiten schwieriger für den Schenefelder. Seine finanzielle Lage änderte sich und er musste sein Tonstudio verkaufen. „Ein Tiefpunkt“, so Stepel. Aber auch mit der Musik lief es nicht rund. Der 37-Jährige erzählt von einer Ellenbogengesellschaft in der Musikindustrie, von Missgunst und Neidern. „Ich bilde mir nicht ein, ich sei ein großer Star. Aber ich mag es nicht, wenn die Leute sich gegenseitig nichts gönnen“, sagt der Musiker. In Deutschland fühlte er sich schikaniert, auch weil Musikproduzenten immer wieder eine Frage stellten: Warum singst du nicht Deutsch?

„Ich fühle mich viel wohler, wenn ich Englisch singe“, sagt Stepel, für den die Auswanderung in die Schweiz ein Aufbruch in bessere Zeiten werden sollte. Seine Partnerin hatte dort ein Jobangebot bekommen. „Ich habe die Schweiz damals noch nie gesehen, aber ich habe gleich gesagt, ich gehe mit“, berichtet der Auswanderer. Angst vor dem Neuanfang habe er nie gehabt: „Ich wusste ja, ich ziehe nicht nach Nordkorea.“ Wie er und seine Frau Kandidaten in der Fernsehsendung wurden, verrät Stepel allerdings nicht. Nur so viel: Die Produktionsfirma habe sich bei ihm gemeldet „und da dachte ich, das passt ja ganz gut.“

Fuß fassen in der Schweiz

In den bereits ausgestrahlten Folgen wurde gezeigt, wie Stepel und seine Frau in der Schweiz Fuß fassen. Nur wenige Tage nach ihrer Ankunft im neuen Zuhause habe das Fernsehteam bereits die ersten Szenen gefilmt. Zwölf bis 13 Stunden sei so ein Drehtag lang. Beginn war manchmal um sechs Uhr morgens. Viel vom Privatleben habe er gezeigt. „Die kommen vielleicht nicht gerade ins Badezimmer, während man duscht, aber sonst ist die Kamera fast überall dabei“, beschreibt Stepel so einen Drehtag. In einer Folge wird gezeigt, wie der Musiker spontan bei einem Radiosender vorspricht. Keine Inszenierung, wie Stepel betont. Die Idee, dort zu klingeln, sei ihm zufällig gekommen, als er dem Fernsehteam erzählte, dass er und seine Frau ein paar Tage zuvor das Sendergebäude entdeckt hätten. „Es gab kein Drehbuch. Aber es passiert so viel, wenn man auswandert. Die müssen nur ihre Kamera aufbauen und losfilmen“, sagt Stepel.

Stepel und seine Frau Stefanie hätten sich mittlerweile in der Schweiz eingewöhnt, sagt der ehemalige Schenefelder. „Friede, Freude, Eierkuchen – so läuft es gerade für mich“, sagt er und erzählt, dass die Sendung ihn auch beruflich weitergebracht habe. Er hat inzwischen eine Band gegründet. Wie genau seine Pläne für die Zukunft aussehen? Auch das will er lieber nicht erzählen. Damit es noch Stoff für die nächsten Fernsehsendungen gibt.

Stepel ist nicht der einzige Schenefelder, der durch die Fernsehsendung rund ums Auswandern bekannt wurde. Auch Konny Reimann, der 2006 nach Texas zog und später in mehreren Fernsehsendungen auftrat, stammt aus Schenefeld. Die Sendung „Goodbye Deutschland – Die Auswanderer“ wird wöchentlich am Dienstagabend ausgestrahlt. Bereits gezeigte Folgen lassen sich in der Mediathek der Sendergruppe ansehen.

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