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Urteil in Pinneberg : Mann bastelt Doping-Labor - Geldstrafe

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Prozess ging schnell über die Bühne. Der Angeklagte räumte alle Vorwürfe ein.

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2017 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Er hatte ein Untergrund-Labor für Dopingmittel gebaut, zahlreiche Medikamente zur Leistungssteigerung besessen und illegale Böller gehortet: Ein 34 Jahre alter Pinneberger ist am Montag vor dem Amtsgericht zu einer 9000-Euro-Strafe auf Bewährung verurteilt worden, weil er gegen das Arzneimittelgesetz und das Sprengstoffgesetz verstoßen hatte. Zudem muss er 3000 Euro an ein Tierheim zahlen.

Beamte des Zolls hatten während einer Durchsuchung im vergangenen Dezember bei dem selbstständigen Telekommunikationsvertreter Medikamente mit Testosteron in unerlaubter Menge, ein illegales Labor, zahlreiche Utensilien zur Produktion von Dopingmitteln, Computer, Smartphones, etwa 2400 Euro Bargeld und mehrere Packungen mit Böllern ohne Prüfzeichen sichergestellt.

Der Prozess am Montag ging schnell über die Bühne. Der Angeklagte räumte alle Vorwürfe ein. Sein Rechtsanwalt, die Staatsanwältin und die Richterin verständigten sich vor dem Urteil auf ein Strafmaß. Ein sogenannter Deal erspart die aufwändige Beweiserhebung, für die unter Umständen zahlreiche Zeugen gehört werden müssen.

Ergebnis: eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 50 Euro ausgesetzt zur Bewährung, die Vernichtung des Labors und eine Zahlung von 3000 Euro an das Tierheim in Elmshorn, die mit den bereits konfiszierten 2400 Euro verrechnet werden. Die Böller wurden bereits vernichtet.

Der Angeklagte war nicht vorbestraft, geständig und er hat einen legalen Job. Staatsanwältin Sandra Nehlep sprach von einer „Jugend-Dummheit“. Er habe versucht, mit den Dopingmitteln schnelles Geld zu machen. Sie glaubt nicht daran, dass der 34-Jährige zum Wiederholungstäter wird. „Er braucht aber einen Schuss vor den Bug.“ Richterin Dagmar Trüller übernahm die Vereinbarungen aus der Verständigung. Sie sagte zum Angeklagten: „Das Labor war zwar da, aber nicht richtig aktiv. Ich denke, Sie haben verstanden, dass man auf andere Weise sein Geld verdienen sollte.“

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