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Urteil : Mann aus Quickborn verbreitet Kinderpornos im Internet

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Acht Monate Freiheitsstrafe für Quickborner, so lautet das Urteil des Gerichts. Insgesamt wurden 2572 Bilder und Videos konfisziert.

Pinneberg/Quickborn | Das Amtsgericht Pinneberg hat am Mittwoch einen 52-jährigen Quickborner wegen des Besitzes und der Verbreitung von jugend- und kinderpornografischen Schriften in 29 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, sowie einer Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro verurteilt. Diese soll dem Verein für Jugendhilfe Pinneberg zugute kommen.

Staatsanwalt Jan-Hendrik Schwitters warf dem Angeklagten vor, zwischen Januar 2011 und Juni 2012 in sieben Fällen kinderpornografische und in 22 Fällen jugendpornografische Schriften über einen Filesharingdienst verbreitet zu haben. Zudem hätten sich auf dem Computer des Angeklagten, der bei einer Hausdurchsuchung im Juni 2012 sichergestellt wurde, 1655 kinder- und 917 jugendpornografische Bilder und Videos befunden. „Unter den Darstellungen waren mehrheitlich Kinder unter zehn Jahren“, so Schwitters bei der Anklageverlesung.

„Ich will das nicht leugnen oder schönreden“, sagte der Quickborner, der ein vollumfängliches Geständnis ablegte, und ergänzte: „Durch die Strafanzeige ist mir erst bewusst geworden, was ich getan habe.“ Er habe sich vorher nicht als Täter, sondern als „Zuschauer“ gefühlt. „Mir ist nicht bewusst gewesen, dass ich den Tätern eine Plattform biete“, so der zweifache Familienvater. Er räumte ein: „Ich wusste nicht, dass ich über Filesharingprogramme auch Daten zur Verfügung stelle. Das ändert aber nichts an meiner Schuld.“

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„Durch die Strafanzeige ist
mir erst bewusst
geworden, was ich getan habe.“

Angeklagter
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Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten, ausgesetzt zu  auf Bewährung, und eine Geldbuße von 3000 Euro gefordert. Verteidiger Jesko Baumhöfer plädierte für eine achtmonatige Haftstrafe.

„Dass diese Programme sehr riskant sind und man sie am Besten gar nicht nutzen sollte, weiß sogar ich“, sagte Richter Jens Woywod. Das Geständnis sowie die Tatsache, dass der Angeklagte nicht vorbestraft war , hätten sich positiv auf das Urteil ausgewirkt. „Es ist zu erwarten, dass der Angeklagte aufgrund seiner Vita und seines Auftretens hier vor Gericht keine weiteren Straftaten begehen wird“, so Woywod.

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erstellt am 08.Okt.2015 | 09:45 Uhr

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