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Neuer SPD-Chef in Rellingen : „Man fühlt sich wie ein König ohne Volk“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Er will Kontakte zur CDU knüpfen und die Stimmung verbessern: SPD-Chef Christian-Matthias Zimmermann im Interview.

Was haben Sie sich für Ihre Arbeit vorgenommen?
Christian-Matthias Zimmermann: Die SPD soll sichtbarer werden. Wir wollen, dass sich die Menschen an uns wenden, weil sie glauben, dass wir sozialdemokratische Politik durchsetzen können. Das ist unsere wichtigste Aufgabe.

Welche Chancen haben Sie angesichts der absoluten CDU-Mehrheit, etwas zu gestalten?

Die SPD hat bei der Kommunalwahl zwei Sitze dazu gewonnen. Trotz allem hat die CDU immer noch die absolute Mehrheit, wenn auch nur mit einer Stimme Vorsprung. Wir versuchen nun, Kontakte zur CDU zu knüpfen, damit wir nicht gegeneinander arbeiten, sondern zum Wohle Rellingens miteinander. Es wäre schön, wenn in den Ausschüssen die Sache wichtiger als die Parteizugehörigkeit ist.

Sehen Sie Chancen, die CDU-Mehrheit aufzuweichen?
Das geht nur, wenn die Rellinger bei den kommenden Wahlen das Gefühl haben, dass sie bei der SPD gut aufgehoben sind. Es würde schon helfen, wenn Grüne und SPD zusammen eine Stimme mehr hätten. Dann müssten alle zusammenarbeiten.

Was sind die zentralen Themen für Rellingen in den kommenden Jahren?
Ganz eindeutig brauchen wir kommunalen Wohnungsbau in Rellingen. Deshalb beantragen wir auch, dass auf dem ehemaligen Poco-Domäne-Gelände Wohnbebauung ermöglicht wird. Auch das Mehrgenerationen-Wohnen wird sicher eine Rolle spielen. Wir müssen aufpassen, dass die Älteren nicht durchs Raster fallen, weil sie sich keine Unterkunft in der Gemeinde leisten können. Große Anliegen der SPD sind außerdem die Errichtung eines Jugendhauses und eine gymnasiale Oberstufe an der Caspar-Voght-Schule.

Der Rückzug ihres Vorgängers Ulfert Martinsen war die Folge interner Auseinandersetzungen. Wie ist die Stimmung in der Partei?
Die Stimmung ist gedrückt, wir sind noch nicht über den Berg. Wir hoffen, dass unsere ausgestreckte Hand von meinem Vorgänger ergriffen wird.

Hat sich die SPD durch die neue Führung verändert?
Die Fraktionsarbeit läuft hervorragend. Die Arbeit als SPD-Vorsitzender ist nicht leicht. Man fühlt sich wie ein König ohne Volk. Zu unseren wichtigsten Aufgaben gehört es, neue Mitglieder zu gewinnen. Außerdem müssen wir die motivieren, die schon da sind. Ich werde demnächst einen Brief an unsere Mitglieder schicken. Sie sollen wissen, dass es gar nicht weh tut, für die Partei aktiv zu sein.

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