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Pinnebergerin Gisela Schiffmann : Mama Afrika und ihre Schulkinder

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Im Januar werden die zwölf Schützlinge der Pinnebergerin Gisela Schiffmann in Tansania eingeschult. Neue Wasserspeicher sollen her.

shz.de von
erstellt am 24.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Über ein Jahr leben die zwölf tansanischen Aidswaisen nun schon in der Obhut der Pinnebergerin Gisela Schiffmann. Viel Zeit, um sich zu entwickeln. „Das allerwichtigste ist: Die Kinder merken jetzt, wofür sie ihren Kopf gebrauchen können und wollen immer neues Futter für ihr Hirn“, freut sich die 80-Jährige. Ein Ergebnis der intensiven Förderung, die „Mama Afrika“ den Fünf- bis Zehnjährigen bietet. Förderung, die dringend nötig war. Die Eltern der Kleinen waren vom Immunschwächesyndrom dahingerafft worden oder vom Aids-Virus so geschwächt, dass sie sich nicht mehr um ihre Sprösslinge kümmern konnten.

Im Waisenhaus von Schiffmann haben einige der Kinder zum ersten Mal in ihrem Leben ein eigenes Bett, saubere Kleidung und regelmäßige Mahlzeiten. Vor allem aber zum ersten Mal Menschen, die sich um sie bemühen. Mit viel Wärme und Aufmerksamkeit kitzeln Schiffmann und ihre Mitarbeiterinnen nun ungeahntes Potenzial aus den Waisenkindern heraus. Der Lohn der Mühen: Im Januar werden die Schützlinge der Pinnebergerin endlich eingeschult.

„Das ist das schönste Weihnachtsgeschenk überhaupt“, sagt „Bibi“, wie Schiffmann von den Kindern genannt wird. Sie kommen auf die Thomaini-Privatschule. Schiffmann: „Als wir die Zustände in der Dorfschule in Karatu gesehen haben, haben wir sofort beschlossen, den Kindern eine bessere Ausbildung zu ermöglichen.“ Nun steht erstmal Förderunterricht auf dem Plan. Denn auf der Privatschule wird zwar auch in der Landessprache Kiswahili unterrichtet, doch Englischkenntnisse werden vorausgesetzt. „Mir wurde gesagt, dass auch schon ab der ersten Klasse Französisch unterrichtet wird“, so Schiffmann. 14 Tage pauken die Kleinen nun also fleißig Englisch, dann geht es endlich los –die Schuluniformen sind bereits bestellt.

Die bessere Bildung ist nicht umsonst. Inklusive Schulgeld muss Schiffmann nun 2000 Euro monatlich an laufenden Kosten einplanen. Dafür wirbt sie unermüdlich Spenden ein. Die Pinneberger geben gerne und die 80-Jährige nimmt regelmäßig Schecks entgegen. Immer noch wünscht sie sich aber vor allem Paten, die regelmäßig Geld überweisen und somit mehr Sicherheit bringen. 30 Euro monatlich finanzieren entweder das Schulgeld oder die Verpflegung für ein Kind. 150 Euro sind das Rundum-Sorglos-Paket für einen von Schiffmanns Schützlingen. Etwa fünf Kinder sind durch regelmäßige Zahlungen im Moment vollständig versorgt.

Dankbar ist die Pinnebergerin daher auch um die Unterstützung des Reisebüros Globetrotter, die nun ebenfalls in Pinneberg um Spenden für den Verein Karibuni werben. Das große Ziel des Reisebüros und von Schiffmann: „Wir wollen die Wasserversorgung des Hauses verbessern.“ Momentan liefern Ochsenkarren das Trinkwasser an, dass dann in einem 2000-Literkanister gespeichert wird. Viel zu wenig für Wäsche, Trinkwasser, Körperpflege und den Gemüsegarten. „Vor allem wenn der Regen ausbleibt, wie in den letzten Monaten“, beschreibt Schiffmann die momentane Dürre in der Gegend. Gerade die tansanischen Kleinbauern würden den Klimawandeln bereits deutlich spüren.

Der Plan: Acht Container zu je 7500 Liter sollen neu installiert werden. Die Kosten pro Tank betragen zirka 500 Euro. Die neuen Wasserbehälter sollen auch höher aufgestellt werden, um so einen stärkeren Druck auf den Wasserleitungen zu garantieren. „Momentan brauchen wir für alles Pumpen“, so „Mama Afrika“.

Billiger sind die Trommeln, mit denen Schiffmann die Kinder nach und nach ausstattet, auch andere Musikinstrumente will sie anschaffen. Auch wenn es vielleicht kein Klavier wird, wie sie lachend erzählt. Und wenn Schiffmann an Weihnachten nach Afrika fliegt, hat sie auch für alle zwölf Kinder Gummibärchen im Gepäck – die momentan begehrteste Fracht aus Deutschland.

Hilfe für „Karibuni“

Spenden für den Verein „Karibuni“ können an folgende Bankverbindung überwiesen werden: Karibuni e. V., VR Bank Pinneberg, Kontonummer: 471 200, Bankleitzahl: 22191405. Wer sich über die Möglichkeiten einer Patenschaft informieren will, erreicht den Verein unter der Telefonnummer (04101) 64137 oder per E-Mail an die Adresse information@karibuni-ev.de. Wer eine Patenschaft übernimmt, erhält regelmäßig einen mit Bildern versehenen Bericht über die Entwicklung des Kindes. Ein direkter Kontakt soll jedoch vermieden werden, damit es keinen Neid und keine Rivalitäten unter den Kindern gibt. www.karibuni-ev.de

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