Pinneberg : „Mama Afrika“ hofft auf weitere Paten

Spannend: Aus Deutschland bringt Gisela Schiffmann regelmäßig Spielzeug mit.
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Spannend: Aus Deutschland bringt Gisela Schiffmann regelmäßig Spielzeug mit.

Gisela Schiffmanns Waisenhaus in Karatu: Betrieb kostet monatlich 2000 Euro. Heuss-Schüler unterstützen das Projekt.

shz.de von
25. Juni 2014, 14:00 Uhr

Sie ist 81 Jahre alt. Und sie ist unermüdlich. Noch immer. Aber Gisela Schiffmann hat die Zeichen der Zeit erkannt: „So langsam muss ich mir Gedanken über Nachfolger machen“, sagt sie. „Ich weiß nicht, wie lange ich noch so oft nach Afrika fliegen kann.“ Wer auch immer in die Bresche springt, hat eine große Aufgabe. Schließlich geht es um das Lebenswerk der Pinnebergerin, die 2012 in Tansania ein Waisenhaus eröffnet hat. Zwölf Jungen und Mädchen, deren Familien von Aids betroffen sind, werden in Karatu betreut – Schiffmann kämpft um jede Spende, jeden Cent.

Von Ende März bis Ende April war die 81-Jährige wieder in Karatu. Jedesmal bringt sie neue Eindrücke mit. Geschichten. Bilder. Aus den zwölf Aidswaisen sind mittlerweile wissbegierige Kinder geworden. Sechs von ihnen besuchen eine Privatschule. „Eine mit gutem Ruf“, wie Schiffmann betont. Während in staatlichen Bildungseinrichtungen bis zu 100 Jungen und Mädchen in einer Klasse unterrichtet werden, kommen Schiffmanns Schützlinge in den Genuss eines besseren Lernumfelds. Möglich ist das nur, weil sich Menschen aus Pinneberg und Umgebung als Paten finanziell engagieren. 50 Euro Schulgeld müssen pro Kind monatlich aufgebracht werden. Hinzu kommen Schuluniformen und Verpflegung.

Insgesamt kostet der Betrieb des Waisenhauses in Karatu derzeit etwa 2000 Euro im Monat. Um dieses Geld zuammenzubekommen, klappert Schiffmann Stiftungen ab. Sie freut sich über jeden Privatspender, jedes Unternehmen, der oder das den von ihr gegründeten Verein „Karibuni“ unterstützt – völlig unabhängig von der Summe. Mit Begeisterung berichtet Schiffmann, die in Pinneberg nur „Mama Afrika“ genannt wird, von einem Projekt der Theodor-Heuss-Schule, die dem Verein „Karibuni“ ein Schulfest widmet – und einen Spendenlauf organisiert.

Wenn Schiffmann aus Tansania berichtet, leuchten ihre Augen. „Die Kleinen machen sich gut“, sagt sie. Einmal pro Woche gebe es Fleisch, jeden Tag Milch zu trinken – in Tansania alles andere als selbstverständlich. Seit kurzem gehören zwei junge Katzen zum Hausstand. Schiffmann nüchtern: „Wer Katzen hat, muss keine Ratten und keine Schlangen fürchten.“

Mit dem vor Ort beschäftigten Personal sei der Betrieb des Waisenhauses derzeit gesichert. Auch wenn sie nicht in Karatu sei, so die 81-Jährige, deren Arbeit seit diesem Jahr vom Reisebüro Globetrotter finanziell unterstützt wird. Allerdings werde es auch in Zukunft wichtig bleiben, dass regelmäßig jemand aus Deutschland nach dem Rechten schaue.

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