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Pinneberger Tageblatt

19. Oktober 2017 | 01:09 Uhr

Maikäferzuwachs wird zum Problem

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Jahreshauptversammlung des Versuchs- und Beratungsrings Baumschulen

shz.de von
erstellt am 07.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Cara und Tara schnüffeln, was das Zeug hält. Die Jagdgebrauchshunde sind auf der Suche nach Laubholzschädlingen in Bäumen und leisten damit bisher einzigartige Arbeit im Kreis Pinneberg.

Schleswig-Holstein ist das einzige Bundesland, in dem eine Baumschul-Region eigene Käferspürhunde vorbeugend zum Schutz gegen Quarantäneschädlinge in Importen besonders aus Italien sowie weiteren EU-Mitgliedsstaaten einsetzt.

Nach einem Training in Österreich hatten die Hunde gestern ihren ersten „Arbeitstag“. Diesen Einsatz lobte Frank Ostermann, Vorsitzender des Versuchs- und Beratungsrings Baumschulen (VuB) Schleswig-Holstein, auf der gut besuchten Jahreshauptversammlung des Vereins im Gartenbauzentrum Schleswig-Holstein in Ellerhoop. Ostermann hatte die Idee der Käferspürhunde zusammen mit dem Landesverband Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen (BdB) ins Leben gerufen.

Die Feinde der Baumschuler heißen Asiatischer Laubholzbockkäfer (ALB) und Citrusbockkäfer (CLB). Weltweit seien wegen der Schädlinge, die Bäume zum Absterben bringen, bisher geschätzte Kosten in Höhe von 336 Milliarden US-Dollar durch Rodung, Monitoring und Neupflanzung entstanden. Noch sei der Kreis vor den Laubholzschädlingen verschont geblieben. „Aber irgendwann wird der Käfer kommen und dann wollen wir ihn frühzeitig entdecken“, so Ostermann. Er hoffe, dass viele Baumschulen die Hundestaffeln buchen.

Bereits am Wüten an den Baumwurzeln ist im Kreis der Maikäfer. „In den letzten Jahren tritt er vermehrt auf und wird zum Problem“, sagte Ostermann. 2013 seien Meldungen von zehn Baumschulen eingegangen, die Wurzelfraß durch Maikäfer im Jungpflanzenbereich und bei Nadelgehölzen festgestellt hätten. So gewann Referent Hermann Strasser vom Institut für Mikrobiologie der Universität Innsbruck mit seinem Vortrag über die biologische Bekämpfung des Maikäfers mit einem insektentötenden Pilz besondere Aufmerksamkeit während der Versammlung.

Ein weiterer Punkt waren die Pflanzenschutzkontrollen, die 2013 laut Ostermann „im Großen und Ganzen gut verlaufen“ seien. „Leider gibt es auch in unseren Reihen immer wieder mal Verfehlungen“, so der Vorsitzende . Kein Verständnis habe er beispielsweise dafür, dass es Baumschulen gebe, die Feldspritzen in Gebrauch hätten, „die seit Jahren keinen Spritzen-Tüv gesehen haben“. Ostermann appellierte, alle gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Heike Nitt von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein informierte darüber, dass alle Personen, die Pflanzenschutzmittel einsetzen, neben dem lebenslang gültigen behördlich ausgestellten Sachkundeausweis neuerdings nach EU-Verordnung alle drei Jahre eine Fortbildung besuchen müssen.

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