Kartenspiel : „Magic: The Gaterhing“-Turnier: Frankfurt, Rom, Prag und dann Prisdorf

Ruhrpott in Prisdorf: Oguzhan (links) und Tobias waren für das Turnier aus Dortmund angereist.
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Ruhrpott in Prisdorf: Oguzhan (links) und Tobias waren für das Turnier aus Dortmund angereist.

800 Spieler aus ganz Europa zocken beim Magic-Turnier um 10.000 Euro Preisgeld. Weitere Veranstaltungen geplant.

shz.de von
22. Mai 2018, 10:30 Uhr

Prisdorf | Einmal Arme und Beine ausschütteln, ein tiefer Schluck aus einer der sixpackweise im Kofferraum lagernden Mineralwasserflaschen und dann ein beherzter Biss in eine Banane. Christopher und Robert aus Dortmund mussten am Samstag erst einmal Kraft tanken als sie in Prisdorf ankamen. Sie wollten dabei sein, wenn das „Magic: The Gaterhing“-Turnier in Prisdorf Station macht. Sie gehörten zu mehr als 800 Besuchern, die es nach Prisdorf verschlagen hat.

Preisgeld von 10.000 Euro

„Wir hatten mit drei Stunden geplant, nun sind es sieben geworden“, sagte Christopher. Doch warum fährt man für ein Kartenspiel-Turnier einmal durch die halbe Republik? Lag es am Preisgeld von 10.000 Euro? Robert schüttelte den Kopf: „Es geht darum, Freunde zu treffen und miteinander zu spielen. Das Preisgeld ist Nebensache.“ So sehen es auch Oguzhan und Tobias, die schon in der Halle waren und das letzte Spiel analysierten. Auch beide aus Dortmund. Fast. „Gib schon zu, dass Du in Gelsenkirchen wohnst“, sagte Oguzhan. Tobias ließ sich aber nicht darauf ein: „Ich komme gebürtig aus Dortmund.“ „Mach schon, ist doch gar nicht so Blau-Weiß bei Dir“, bohrt sein Freund. Doch genug der Fehde zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund. Warum sind sie hier? „Wir wollen Spaß haben und Freunde treffen. Magic-Turniere sind einfach Multikulti“, erläuterte Oguzhan, der das Kartenspiel seit zehn Jahren spielt. „Wir wollen Freunde aus Holland und Deutschland treffen und Spaß haben. Und Hamburg ist einfach eine geile Stadt“, sagte Tobias. Schon mal von Prisdorf gehört, wo ihr Euch gerade befindet? „Nö, aber von Pinneberg“, sagte Oguzhan lachend.

Paradies für Sammelkarten-Fans

„Weil mein Laden in Hamburg ist, habe ich es auf den Banner geschrieben“, erläuterte Oliver Fürstenberg, Inhaber von „Olli’s Spielecenter“, einem Paradies für Fans von Sammelkarten, warum Hamburg und nicht Prisdorf zwischen Städten wie Frankfurt, Rom, Prag und Paris auftaucht. Denn dort macht die MKM-Turnierreihe Station. Dafür hatte er aber nur Lob für Prisdorf und ganz besonders das Eventcenter Campana über: „Die Jungs machen einen tollen Job und die Halle ist perfekt.“

Die Spieler, der jüngste elf, der älteste um die 50 Jahre alt, saßen an Tischreihen – jeder ausgestattet mit 60 Karten, die verschiedene Kreaturen zeigen. Mit diesen wird bei Magic angegriffen und verteidigt, um die eigenen 20 Lebenspunkte zu behalten und die des Gegners herunterzuspielen. „Das ist gar nicht so einfach“, sagte Fürstenberg. Im Modus Best-of-Three gewinnt derjenige, der als erster zwei Duelle gewonnen hat. Ein Spiel dauert etwa 50 Minuten. „Pro Tag werden sechs, sieben Duelle gespielt“, so Fürstenberg. Gestern Abend traten die besten Spieler gegeneinander an. Wie beim Schach spielen im Schweizer System jeweils die Sieger einer Runde gegeneinander. „So treffen am Ende die besten Spieler aufeinander“, sagte Fürstenberg. Doch der Sieg sei fast zweitrangig. „Wir haben Menschen aus mindestens 15 Nationen hier, alles ist total friedlich und harmonisch. Das ist das Tolle an der Community.“

Organisator Oliver Fürstenberg erhielt am Sammelkarten-Verkaufsstand Unterstützung von seiner Frau Friederike Graff.
Bastian Fröhlig
Organisator Oliver Fürstenberg erhielt am Sammelkarten-Verkaufsstand Unterstützung von seiner Frau Friederike Graff.
 

„Wir versuchen unser bestes, aber letztendlich wollte ich Zeit mit meinem Kumpel verbringen“, sagte Ivan aus Serbien, der zeitweise in Göttingen arbeitet. Sein Kumpel ist Dime, angereist aus Mazedonien. „Mir geht es um den Wettbewerb, mich mit anderen Spielern zu messen und herauszufinden, wie gut ich mit den Karten umgehen kann“, erläuterte Ivan.

„Mit Geld kommt man fast immer weiter“, sagte Fürstenberg, der selbst keine Zeit zum Spielen mehr findet, aber seit 15 Jahren mit den Sammelkarten handelt. „Mit so viel Spaß und so leicht habe ich noch nie mein Geld verdient“, sagte er lachend. Viele Spieler schauen während des Turniers bei ihm nach passenden Ergänzungen für ihre Decks. Doch nur gute Karten reichen laut Fürstenberg nicht für einen Sieg: „Zu guten Karten gehört auch ein guter Spieler.“ Für ihn habe sich das Turnier gelohnt. „Das passte schon“, sagte er grinsend und versprach: „Wir kommen wieder.“ Zwei weitere Events will er noch dieses Jahr in Prisdorf veranstalten – ein Macic- und ein Yo-Gi-Oh-Turnier. „Das ist dann eher was für die jüngeren Spieler“, so Fürstenberg.

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