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Pinneberger Tageblatt

17. August 2017 | 10:13 Uhr

Moorrege : Macht, Geld und Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Rainer Jürgensen will Direktor des Amts Moorrege werden – zu Lasten von Vorsteher Walter Rißler.

Morrege | Wenn einer mehr Einfluss und Geld bekommen soll und dafür jemand anderes verzichten muss, ist Streit programmiert. Deswegen dürfte auch die mögliche Umstrukturierung des Amts Moorrege von der ehrenamtlichen zur hauptamtlichen Verwaltung noch zu hitzigen Debatten führen.

In der Diskussion ist, dass der derzeitige Leitende Verwaltungsbeamte (LVB) Rainer Jürgensen zum Amtsdirektor wird – ein Posten, der ihm zusätzliche Befugnisse und eine höhere Besoldungsgruppe einbringen würde. Er wäre offiziell Chef der Verwaltung. Bisher steht der ehrenamtliche Amtsvorsteher Walter Rißler an der Spitze, auch wenn Jürgensen das Tagesgeschäft leitet. Rißler müsste Aufgaben abgeben – und würde außerdem weniger verdienen.

Ein Prozess, der mit ziemlicher Sicherheit zu Konflikten führen wird. Gerüchte über eine mögliche Umstrukturierung gibt es schon seit Längerem. Schließlich beschäftigt sich ein interner Arbeitskreis mit einer möglichen Reform, agierte bisher aber weitgehend unbemerkt. Als aber der Holmer Gemeindevertreter Horst Schaper (CDU) vor Kurzem öffentlich von einer drohenden Schwächung des Ehrenamts sprach, war die Katze endgültig aus dem Sack und die öffentliche Debatte eröffnet.

Für LVB Rainer Jürgensen geht es allerdings nicht um eine Zurücksetzung des Ehrenamts, sondern um eine Stärkung des Amts Moorrege. Er räumt offen ein, dass er als Amtsdirektor mehr verdienen würde. Er betont aber, dass das nicht der Grund sei, weshalb er sich für die Reform einsetze. Aus seiner Sicht kann sich nur eine hauptamtliche Verwaltung in Zukunft behaupten. Das Amt Moorrege sei schließlich von großen Städten umzingelt, die sich nur zu gerne die kleinen Umlandgemeinden einverleiben würden. „Das Amt würde außerdem auf Landesebene und auch innerhalb des Kreises Pinneberg einen deutlich höheren Stellenwert erhalten“, so Jürgensen. So hätte eine hauptamtliche Verwaltung beispielsweise viel mehr Möglichkeiten, bei der Neuordnung des Finanzausgleiches die Interessen der Amtsgemeinden zu vertreten.

Dazu würde die vollständige Verantwortung (auch strafrechtlich) auf den Amtsdirektor übergehen. Der habe dafür auch die entsprechende Ausbildung. Die Haftung des ehrenamtlichen Amtsvorstehers für Fehlentscheidungen der Belegschaft und des Leitenden Verwaltungsbeamten entfalle vollständig, erklärt Jürgensen. Eine wirksame Kontrolle durch den Amtsvorsteher sei ohnehin nur möglich, wenn dieser Diplom-Verwaltungswirt oder Jurist sei. Die Aufsicht würde nach einer Umstellung auf den dann einzurichtenden Hauptausschuss übergehen.

Der LVB betont, dass der Einfluss der Gemeinden unangetastet bleibt. Das sei gesetzlich gar nicht zulässig. „Es geht hier lediglich um die Führung der Amtsverwaltung“, so der Leitende Verwaltungsbeamte. Als Amtsdirektor würde er seine bisherige Arbeit weiterführen und dazu Teile der Aufgaben des Amtsvorstehers übernehmen. Letzterer wäre praktisch eine Art Bürgervorsteher, der die Leitung des Amtsausschusses inne hätte und außerdem repräsentative Pflichten übernehmen dürfte. Die finanziellen Mehrbelastungen halten sich laut Jürgensen in Grenzen. Die Mehrkosten sollen sich auf 6401 Euro pro Jahr belaufen.

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erstellt am 28.Mai.2014 | 06:00 Uhr

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