Barmstedt : Lustige und melancholische Porträts

40 Schülerinnen und Schüler des Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasiums in Barmstedt betrachteten sich und ihren Alltag durch die Fotolinse.
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40 Schülerinnen und Schüler des Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasiums in Barmstedt betrachteten sich und ihren Alltag durch die Fotolinse.

Schüler aus Barmstedt zeigen unter dem Titel „Home sweet Home“ ihre persönliche Sicht auf die Welt in der Pinneberger Drostei.

shz.de von
14. Juni 2014, 15:15 Uhr

Pinneberg | Vier Tage lang erforschten etwa 40 Schülerinnen und Schüler des Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasiums in Barmstedt ihr „Selbst“ mit der Fotokamera. Was dabei herauskam, stellten sie am Donnerstagabend in der Pinneberger Drostei vor: nicht etwa eine Serie von Selbstporträts, sondern eine ebenso emotionale wie auch intellektuelle Auseinandersetzung mit dem eigenen „Ich“ und dem erlebten Alltag. Mal humorvoll, mal melancholisch und manchmal gesellschaftskritisch, jedenfalls sehr unterschiedlich nehmen die jungen Leute sich selbst und ihre Welt wahr.

Die Arbeiten entstanden im Rahmen eines Workshops mit der Fotografie-Künstlerin Pitt Sauerwein. Deren „Sparkling Reality“-Ausstellung in der Barmstedter Galerie III lotste die Schüler auf den „inszenierten Blick“, wie er sich in Sauerweins Arbeiten offenbart.

Mit vielen Tipps aus Sauerweins Know-how als Rüstzeug, aber mit weitgehender individueller Gestaltungsfreiheit, knipsten die jungen Leute des 11. Jahrgangs dann drauf los. Fast 500 Aufnahmen produzierten zum Beispiel Niko Chirivi, Sten Thieme und Christin Kordts aus dem Sportprofil der Schule. Allesamt in ihrem Fitness-Studio entstanden, denn Sport ist für die drei aus dem Leben nicht wegzudenken. Genau das macht die Handvoll ausgewählter Arbeiten in der Drostei dann auch deutlich: Sport, Spaß und Kunst gehören im Porträt der drei Fotografen untrennbar zusammen.

Kaum weniger Aufnahmen brauchten Leander Lambertus, Christin Feiler, Luca Thurm, Ole Boltes und Moritz Wieners, bis sie sechs Fotos hatten, die das Leben auf dem Bio-Bauernhof nacherlebbar machten, und zwar ungeschminkt realistisch. Nur zwei Beispiele aus einer immer wieder überraschenden Intensität und Vielfalt der Fotoschau.

Andere Betrachtungsweisen zeigen heimatliche Schönheit. Freizeit in Barmstedt, fast schon werbewirksam attraktiv ins Bild gesetzt. So viele witzige Ideen, ihr „Home, sweet Home“-Gefühl in Szene zu setzen, da sprudelt überschäumende Lebensfreude aus den Aufnahmen.

Die Ausstellung gehört zu den „Leuchtturmprojekten“ des Kreises, die das Ziel haben, durch Vernetzung von Kulturinstitutionen Synergieeffekte entstehen zu lassen. Erstmals ist diesmal eine ganze Schule darin einbezogen. Den Anstoß dazu gab die Barmstedter Künstlerin Karin Weißenbacher. Die Kunstlehrer Anne Schöneburg und Thomas Eigen nahmen die Idee gern auf, denn sie wissen: Eine Ausstellung in einem öffentlichen Raum ist für die Schüler ein viel intensiveres Erlebnis als ein Schau in der Schule.

Stefanie Fricke, künstlerische Leiterin des Kreiskulturzentrums Landdrostei, benutzte die Ausstellungseröffnung, um den Nachwuchskünstlern schon mal ein nächstes, höheres Ziel schmackhaft zu machen: das Ausstellungsprojekt „frühwerk“, das in regelmäßigen Intervallen dem hoffnungsvollen Künstlernachwuchs des Kreises eine gemeinsame Ausstellungsplattform bietet. Die Fotos der Barmstedter Schüler sind bis zum Freitag, 20. Juni, wochentags von 11 bis 17 Uhr in der Drostei zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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