Übung in Halstenbek : Lokführer fällt in Ohnmacht

Notentriegelung und Rettung der Verletzten unter Atemschutz: Die Notfallmaßnahmen an der Einsatzstelle mussten koordiniert werden.
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Notentriegelung und Rettung der Verletzten unter Atemschutz: Die Notfallmaßnahmen an der Einsatzstelle mussten koordiniert werden.

Schwelbrand in der S-Bahn: Feuerwehr Halstenbek und DRK retten zusammen mit der Deutscher Bahn "Verletzte".

shz.de von
08. November 2013, 16:00 Uhr

Der Lokführer der S-Bahn konnte gerade noch eine Vollbremsung einleiten. Anschließend fiel er im Führerstand durch den Rauch des Schwelbrands in Ohnmacht. Durch den radikalen Stopp wirbelten die zahlreichen Fahrgäste durcheinander. Blutüberströmt verkneulten sich die ohnmächtigen Leiber. Mit schwersten Verletzungen wie Knochenbrüchen, Gehirnerschütterungen und Quetschungen. Ein Chaos. Ein Alptraum für die Rettungskräfte. Doch Entwarnung: Es war eine priviligierte Übung auf einem Abstellgleis in Halstenbek-Krupunder.

Es war ein Szenario, mit denen Feuerwehrmänner aus Halstenbek, die Retter des DRK, Krisenmanager und Notfallseelsorger, der TÜV Nord und Vertreter der Deutschen Bahn täglich rechnen müssen. Kai Semmelhack, stellvertretender Wehrführer von Halstenbek, übernahm die Einsatzleitung und koordinierte die Rettungsmaßnahmen. Zugführer Torsten Seck hatte im Vorfeld das realistische Szenario akribisch ausgearbeitet.

Seck hat es allen Beteiligten nicht einfach gemacht: Im Ernstfall müssen bis zu 400 Fahrgäste auf engstem Raum versorgt werden. Erschwerend kommt der Höhenunterschied von drei Metern über Straßenniveau hinzu. Zu guter Letzt musste die etwa 1200 Volt starke Stromleitung abgeschaltet und geerdet werden. „In 20 Minuten waren alle Verletzten gerettet und versorgt“, beschreibt Semmelhack im Rückblick die Übung auf Einladung der Bahn.

Zunächst galt es, Verletzungsmuster – nach den Farben rot, gelb, grün – zu erstellen. Die Notentriegelung an Türen, der Umgang mit den Schienenrollis zum Abtransport mit den Verletzten sowie der Aufbau eines Behandlungsplatzes mit Zelt und Notbetten wurden intensiv geübt.

Im Rückblick gehen Halstenbeks Feuerwehrkameraden gestärkt aus der spektakulären Übung hervor. Und gestehen: „Hoffentlich passiert so etwas nicht.“

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