zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

21. November 2017 | 09:27 Uhr

Liebesleid und Ränkespiele

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Forum Theater präsentiert ab 10. Mai „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller / Moderne Version des 220 Jahre alten Klassikers

„Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller. 1784 stand dieses Stück für Sturm und Drang, für junges und rebellisches Theater. Im 21. Jahrhundert wirkt die Sprache für so manchen Zuschauer schwer zugänglich und angestaubt. Für Torben Grapatin vom Pinneberger Forum Theater Grund genug, um den Bühnenklassiker ordentlich zu „liften“, wie er es selbst ausdrückt. „Wir haben die Sprache zum größten Teil modernisiert“, so Grapatin. Er führt Regie, wenn die Laiendarsteller das Stück ab Sonnabend, 10. Mai, in der Ernst-Paasch-Halle aufführen. Nicht nur die moderne Sprache ist neu, das Drama wurde auch ordentlich entschlackt. Grapatin: „Die
Originalversion hat eine Spielzeit von fünf bis sieben Stunden.“ Pinnebergs Theaterfans sollen sich schon nach zwei Stunden wieder von ihren Sitzen erheben können. Ganze Handlungsstränge und Personen fielen dem Rotstift zum Opfer.


Kinogefühl soll sich einstellen


Kostüme und Handlung sollen möglichst zeitlos wirken. Denn der Regisseur glaubt, dass die Handlung, die eigentlich in einem deutschen Kleinstaat zu Schillers Lebzeiten spielt, immer noch Aktualität besitzt. Und darum geht’s: Luise (Anna Bonkewitz) und Ferdinand (Wolf Köller) lieben sich. Doch Ferdinands Vater, der Präsident von Walter (Reinhard Matthies) will seinen Sohn lieber mit Lady Milford (Martina Asmussen) verheiraten, die Ehe mit einer Bürgerlichen kommt für seinen adligen Sprössling nicht in Frage. Der skrupellose Sekretär Wurm (Jan Lübeck) hat derweil ein Auge auf Luise geworfen und spinnt seine Intrigen. „Wir wollten mal wieder einen Klassiker spielen“, begründet Regisseur Grapatin die Wahl des Stücks.

Seit Anfang Januar probt das Ensemble schon und hatte dabei auch Zeit einige ungewöhnliche Elemente einzufügen. „Wir haben die
Duelszenen aufgepeppt“, erzählt Grapatin. Der Zweikampf fällt nun dreckiger und blutiger aus. Außerdem finden einige Szenen hinter einer Schattenwand statt. Action und unterschiedliche Darstellungsformen sollen zu einem beschleunigten Theatererlebnis beitragen. Grapatin spricht vom „Kinogefühl“. Im Mai können sich die Pinneberger Theaterfans dann selbst davon überzeugen, wie gut dem 220 Jahre alten Schiller-Klassiker sein moderneres Gesicht steht.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen