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Pinneberger Tageblatt

13. Dezember 2017 | 06:32 Uhr

„Lieber anpacken anstatt zu meckern“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Tanja Hartmann ist seit zehn Jahren Vorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes Heist / Die 44-Jährige packt gern an und ist stolz auf das Jugendrotkreuz im Ort

von
erstellt am 21.Dez.2013 | 00:31 Uhr

„Das DRK hat mein Leben geprägt“, sagt Tanja Hartmann. Die 44-Jährige ist bereits seit zehn Jahren Vorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Ortsverein Heist. Sogar ihren Mann Torsten hat sie dank der Arbeit für die Hilfsorganisation kennengelernt. Beide waren beim Jugendrotkreuz.


Der Liebe wegen zog sie nach Heist


Die Liebe zu ihm führte Hartmann auch nach Heist. Aufgewachsen ist sie in Rieseby, einem Dorf in der Nähe von Eckernförde. „Dort war es üblich, dass die Frauen zum DRK und die Männer zur Feuerwehr gingen“, erinnert sich die pharmazeutisch-technische Assistentin, die in einer Apotheke in Elmshorn arbeitet. So war ihre Mutter ebenfalls Mitglied beim DRK. Diese brachte die damals Zwölfjährige 1980 zum Jugendrotkreuz. Dort fühlte sie sich von Anfang an wohl. „Das Gemeinschaftsgefühl war einfach toll“, berichtet Hartmann.

In ihrer neuen Heimat war die Arbeit für die Hilfsorganisation ohnehin programmiert. Ihre Schwiegermutter Loddi Hartmann war selbst jahrelang Vorsitzende des DRK-Ortsvereins und konnte dabei auch auf die Unterstützung ihrer Schwiegertochter zählen. Die half unter anderem bei den Blutspendeaktionen mit. Besonders am Herzen lag ihr die Jugendarbeit. Mit einer Aktion während des Dorffestes sorgte sie gemeinsam mit ihrer Schwägerin dafür, dass 1991 eine Kindergruppe im Jugendrotkreuz gegründet werden konnte. Außerdem sind seit einigen Jahren regelmäßige Besuche im DRK-Kindergarten mit einem riesigen DRK-Teddybär Pflicht. An dem demonstriert Hartmann unter anderem, wie Verbände angelegt werden.

Doch das ist längst nicht alles, was die Hilfsorganisation anzubieten hat. Erste-Hilfe-Kurse, Blutspendeaktionen, gemeinsame Kaffeenachmittage oder auch mal Ausflüge – für Hartmann und ihre Mitstreiter ist immer einiges zu tun. In diesem Jahr war es besonders viel, da auch noch das 75-jährige Bestehen des Ortsvereins gefeiert wurde. Die Arbeit macht der 44-Jährigen nichts aus. „Ich gehöre zu denen, die lieber anpacken anstatt zu meckern.“

Dass beim DRK zupackende Mitglieder gern gesehen sind, zeigt der Raum, den die Gemeinde dem Roten Kreuz in der neuen Feuerwache zur Verfügung gestellt hat. Volle Altkleidersäcke, Verbandszeug, Zelte für das Jugendrotkreuz, der DRK-Teddy – das Zimmer wird vor allem als Lager genutzt. Gemütlichkeit steht da an zweiter Stelle. Und wenn etwas fehlt, reicht es häufig, kurz bei der Feuerwehr nachzufragen. „Das geht alles ganz schnell und unkompliziert“, sagt die DRK-Vorsitzende. Auf große Formalitäten legt sie keinen Wert. So war ihr vor kurzem auch bei der Vorbereitung der Jubiläumsfeier wichtig, dass nicht die Etikette im Vordergrund stand. „Ich mag es lieber entspannt als steif.“

Gelassen, zupackend und immer fröhlich – so leitet Hartmann die Heistmer Hilfsorganisation und sorgt dafür, dass die Mitgliederzahl konstant bei 60 liegt, während andere Ortsverbände mit großen Nachwuchssorgen zu kämpfen haben. Verstärkung wäre aber auch in Heist willkommen, vor allem an jüngeren Aktiven mangelt es. Die Arbeit für das DRK lohnt sich jedenfalls laut der Vorsitzenden auf alle Fälle. „Es bringt riesigen Spaß und man tut etwas Gutes.“ Auch Ehemann Torsten sowie Tochter Karina (19) und Sohn Tim (23) gehören der Hilfsorganisation an: Die Hartmanns sind eben eine echte DRK-Familie.

Tanja Hartmanns Leben dreht sich aber nicht nur um das Rote Kreuz. Gartenarbeit, Singen im Gemischten Chor, Reisen – zahlreiche weitere Hobbys garantieren, dass bestimmt keine Langeweile aufkommt. Besonders angetan haben es ihr die mehrtätigen Fahrradtouren mit ihren Kindern, die schon seit Jahren zum festen Programm der Familie gehörten. „Die bringen mir immer wieder riesigen Spaß.“ Übernachtet wird dabei meistens in Jugendherbergen. Mit ihrem Mann unternimmt die 44-Jährige vor allem Städtereisen. So war das Ehepaar erst vor kurzem in Wien. Um alle Aktivitäten unter einen Hut zu kriegen, sind die Nächte kurz. „Ich stehe eigentlich immer um 6 Uhr auf“, sagt die 44-Jährige.

Besonders gern spricht die DRK-Vorsitzende übrigens über das Jugendrotkreuz. Stolz berichtet sie, dass es in diesem Frühjahr zum zweiten Mal gelungen sei, bei den Landeswettbewerben den ersten Platz zu belegen, der zur Teilnahme am Bundeswettbewerb berechtigt. „Ich finde es immer wieder toll zu sehen, wie bei den Jugendlichen das Teamwork funktioniert“, schwärmt die 44-Jährige. Für sie ein weiterer Beleg, dass sich die Arbeit beim DRK lohnt. Und manche finden dort ja wie Tanja Hartmann sogar ihre große Liebe.

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