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Pinneberger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 22:05 Uhr

Auftritt : Liebe und Sex auf Plattdeutsch

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

12.000 Zuschauer bei Auftritten des Kiebitzreiher Comedians Jens Wagner, ab jetzt gibt es Karten für das neue Programm.

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2015 | 14:00 Uhr

Kiebitzreihe | Plattdeutsch ist für ihn die schönste Sprache der Welt. Und dass man auf Plattdeutsch auch wunderbar über Liebe und Sex sprechen kann, zeigt der Kiebitzreiher Landwirt und Comedian Jens Wagner (53) in seinen Bühnenauftritten, die ihn regelmäßig durch ganz Norddeutschland ziehen. Während seiner Nordtour 2014/2015 lauschten 12  000 Besucher in 36 Vorstellungen seinem Programm „Dat bekommt mi jüst so schön“ – 800 davon im Stadttheater Elmshorn. Im Jahr 2007 wechselte der Bauer auf die Bühne. Mittlerweile nimmt seine künstlerische Tätigkeit den Großteil seiner Zeit ein. Die Premiere seines neuen Bühnenprogramms „Dat Leben twüschen Melktähn und Gebiss“ läuft am 14. November im Elmshorner Stadttheater. Der Kartenvorverkauf hat begonnen.

„Jeder Mensch macht sich mal Gedanken, ob er zufrieden ist“, sagt er über seine Entscheidung, nicht mehr den gesamten Tag im Kuhstall zu verbringen. In milchwirtschaftlich schwierigen Zeiten habe er vor der Entscheidung gestanden, entweder seinen Betrieb zu vergrößern oder zusätzlich etwas anderes zu probieren.

Er entschied sich für etwas anderes. „Leute unterhalten fand ich immer schon toll“, sagt er. Er wollte sein Talent vor Zuschauern testen. „Ich dachte mir: Wenn, dann muss es richtig krachen.“ Er mietete die Mehrzweckhalle in Kiebitzreihe und trat das erste Mal vor 400 Leuten auf. Sein Humor auf Plattdeutsch kam an. Danach sei er zur Geschäftsstelle des Stadttheaters Elmshorn gelaufen. „Plötzlich hatte ich einen Auftritt im Stadttheater“, sagt er. Inzwischen haben Tausende seine Auftritte als „Tratschtante Alma Hoppe“ und „Altbauer Wilhelm Wuttke“ gesehen.

„Ich bin keiner, der die große politische Bühne durch den Kakao ziehen will“, sagt er. „Über das Jahr mache ich mir kleine Notizen von Dingen, über die ich Geschichten erzählen kann. Für mich schreibt kein Fremder meine Gags.“ Und so erzähle Wagner, der verheiratet ist und drei Kinder hat, auf der Bühne auch schon mal, wie er darauf reagiert, „wenn erste Lebensabschnittsgefährten der Kinder das Haus besetzen.“ Testpublikum seien seine Frau und seine Kinder. „Sie schütteln aber auch manchmal mit dem Kopf“, gibt er lachend zu.

Auf Plattdeutsch unterhält er sein Publikum, weil es anders ist und aus dem Üblichen heraussticht. „Für mich ist es eine coole Sprache. Sie wird wieder cool“, sagt er. „Aber ich bin keiner, der mit einer Leuchte auf dem Kopf herumläuft und die Sprache erhalten will“, sagt er. Plattdeutsch rede er mit allen, die es können. Seine Kinder gehörten nicht dazu. In seinen Vorstellungen sei die Generation der 20- bis 30-Jährigen nicht in der Überzahl. „Aber es sind schon einige da.“ Sein Ziel sei es, zwei oder drei Generationen an einem Ort zu unterhalten, plattdeutsche Unterhaltung flippiger zu gestalten. Er sagt: „Man darf ein bisschen verrückt spielen auf der Bühne.“ Und dabei ist Jens Wagner in seinem Element.

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