zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

24. Oktober 2017 | 00:59 Uhr

Tüv-Report : Lichttechnik oft mangelhaft

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Tüv Nord im Kreis Pinneberg zieht Bilanz: 46 Prozent von 12.000 in Pinneberg geprüften Fahrzeugen wiesen erhebliche Mängel auf. Defekte an Beleuchtung und Bremsen sind Hauptkritikpunkte der Prüfer.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Kommt er durch oder nicht? Viele Autofahrer bangen alle zwei Jahre wieder, wenn es darum geht, den eigenen Wagen durch die Hauptuntersuchung zu bringen. Zirka 12.000 Fahrzeuge checkt der Tüv Nord jährlich in Pinneberg, bis zu 3500 Autos in Halstenbek und 2000 in Elmshorn. Auffällig schlecht waren die Prüfergebnisse der Pinneberger Station im Zeitraum vom 1. Juli 2012 bis zum 30. Juni 2013.

So hatten 46 Prozent der Fahrzeuge erhebliche Mängel, 12,7 Prozent geringe Mängel und 0,03 Prozent wurden als verkehrsunsicher eingestuft. Lediglich 41 Prozent der Fahrzeuge passierten die Prüfung ohne Beanstandungen. Das berichteten Peter Rupp, Tüv-Teamkoordinator der Region Hamburg, und der Leiter der Tüv-Station Pinneberg, Björn Seelig, während einer Pressekonferenz am Donnerstag. Mit diesem Ergebnis liegt Pinneberg deutlich unter dem Schnitt des Tüv-Nord-Gesamtbereichs, zu dem Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und das nördliche Nordrhein-Westfalen gehören. Die Zahlen: 61,8 Prozent ohne Mängel;12,3 Prozent geringe Mängel; 25,8 Prozent erhebliche Mängel; 0,08 Prozent verkehrsunsicher.

Rupp erklärte die hohe Zahl der Beanstandungen in Pinnebrg so: „Die Zahlen sehen dramatisch aus, aber das Durchschnittsalter war an der Station relativ hoch.“ Seelig hat die genauen Zahlen parat: Die Autos waren im Schnitt 8,9 Jahre alt. Der durchschnittliche Kilometerstand lag bei 100 000. Erhebliche Mängel würden nicht bedeuten, dass die Fahrzeuge fast schrottreif seien. Lichttechnik-Probleme etwa würden seit der gesetzlich vorgegebenen Verschärfung der Mängeleinstufung 2012 meist als erhebliche Mängel bewertet.

Die Checks an den Prüfstationen in Halstenbek und Elmshorn liefen für Fahrzeughalter besser. Obwohl der durchschnittliche Kilometerstand und das Alter der vom Tüv in Elmshorn geprüften Autos mit 9,3 Jahren und 106 000 Kilometern noch höher lagen als in Pinneberg, waren 52 Prozent der Fahrzeuge mängelfrei. Erhebliche Mängel beklagten die Prüfer in Elmshorn bei 30,9 Prozent sowie Verkehrsunsicherheit bei 0,18 Prozent der Fahrzeuge. In Halstenbek waren sogar 64 Prozent aller von Juli 2012 bis Juni 2013 geprüften Fahrzeuge mängelfrei, 17,1 Prozent der Fahrzeuge hatten erhebliche Mängel. 0,03 Prozent waren verkehrsunsicher. In Halstenbek lag das durchschnittliche Alter bei 6,9 Jahren und der Kilometerstand bei 81 000.

Laut Rupp fielen die Zahlen in Halstenbek und Elmshorn besser aus als in Pinneberg, da sich in beiden Orten die Tüv-Stationen in Autohäusern befänden und dort somit mehr Fahrzeuge geprüft würden, „die vor der Hauptuntersuchung schon die Werkstatt durchlaufen haben“.

Insgesamt sprach Rupp von einer sich immer weiter öffnenden Schere im Gesamtbereich des Tüv Nord von immer mehr Fahrzeugen ohne Mängel und immer mehr mit erheblichen Mängeln. Seine Begründung: „Je älter ein Fahrzeug ist, desto eher wird es nur noch repariert, wenn etwas kaputt ist.“ Regelmäßige Inspektionen dagegen blieben aus. In der Statistik des Tüv Nord wird deutlich, dass bei nahezu jedem dritten geprüften Fahrzeug das Licht nicht richtig funktioniert hat und es bei fast jedem fünften Auto Probleme mit den Bremsen gab. Weitere Mängel waren Umweltbelastungen (17,9 Prozent) sowie Schäden an Achsen, Rädern und Reifen (17,4 Prozent).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen