Fotografie : Lichtmalerei im Schenefelder Kunsthaus

Volles Haus: Zur Vernissage im Kunsthaus Schenefeld kamen am Sonnabend zahlreiche Interessierte, die die Werke der Hobby-Fotografen in Augenschein nahmen.
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Volles Haus: Zur Vernissage im Kunsthaus Schenefeld kamen am Sonnabend zahlreiche Interessierte, die die Werke der Hobby-Fotografen in Augenschein nahmen.

Schüler von Jörg Schmidt stellen in dieser Woche ihre Fotografien im aus.

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05. Februar 2018, 12:30 Uhr

Schenefeld | Die wichtigsten Arbeitsinstrumente eines Fotografen sind nicht die Kamera und zahlreiches technisches Zubehör, sondern seine Augen und eine breit gefächerte Vorstellungskraft. Und wenn dann auch noch das gekonnte Spiel mit Reflexionen, Licht und Dunkelheit hinzu kommt, können eindrucksvolle, surreale Fotos entstehen. Ein Meister dieser Lichtmalereien ist Jörg Schmidt. „Ich male mit Lampen“, erklärt Schmidt seine Leidenschaft. Durch die Lichtmalerei entstünden Gemälde auf Fotopapier. So könne er neue, surreale Bilder erschaffen: „Die Realität ist nur die Grundlage. Ich selbst bin der Herr des Bildes.“

Der studierte Mathematiker arbeitet zwar hauptberuflich in der IT-Branche, aber in der Freizeit ist er fast ausschließlich mit seiner Kamera unterwegs. Schmidt fotografiert seit frühester Kindheit, inzwischen werden seine Fotos international ausgestellt. Sein Fachwissen gibt er in Fotoworkshops weiter. „Ich unterrichte wirklich gern“, sagt er. „Und es ist toll, wenn ich den Kursteilnehmern bei der Umsetzung ihrer Ideen helfen kann.“

Was seine Schüler aus ihren Ideen entwickelt haben, ist jetzt aus nächster Nähe zu sehen: Im Kunsthaus Schenefeld läuft bis Ende der Woche eine große Ausstellung, die 38 Bilderserien zeigt. Die Fotografien sind während eines Langzeit-Projekts zum Thema Spiegelungen entstanden.

Ausdrucksstark reiht sich eine Bilderserie an die nächste. Jede für sich erzählt eine Geschichte. Gespiegelt werden Landschaften, Tiere, Glaskugeln, Fassaden, Personen, Lichter und vieles mehr. „Guck mal hier, das ist ja großartig“, hört man die Besucher während der sehr gut besuchten Ausstellungseröffnung immer wieder sagen. Und das stimmt. So hat sich Uwe Harden beispielsweise alltägliches Besteck vorgenommen und den Glanz und die Spiegelungen eindrucksvoll in Fotos eingefangen. Katrin Wilkens lässt den Hamburger Fernsehturm Kopf stehen, Horst Heesmann fängt Wasserreflektionen in Venedig ein, und Veronika Kirchgatterer liebt es abstrakt.

Der 49-jährige Kursusleiter selbst bevorzugt, „wenn die Realität aus den Fotografien herausschwimmt“: „Ich fotografiere unglaublich gern im Wattenmeer. Fantastisch, diese Weite.“ Schmidts beliebteste Zeit zum Fotografieren ist die Nacht. „Das hat einen ganz besonderen Reiz.“ Er mag Norddeutschland sehr, lebt auch ausgesprochen gern in Ellerbek, aber manchmal denkt er doch an seine Heimat: „Ich bin in Nürnberg aufgewachsen. Und tatsächlich vermisse ich die Berge. Es ist schön, wenn man auch mal von irgendwo herunter fotografieren kann.“

Die Teilnehmer von Schmidts Kursen treffen sich einmal monatlich und machen zusätzlich auch gemeinsame Foto-Exkursionen. „Wir waren in Berlin und jetzt stehen wieder Wochenendfahrten an“, so der Leiter. Wer Interesse an Fotografie hat und mitmachen möchte, kann sich direkt bei Schmidt informieren unter Telefon (0174) 1 89 80 94. „Voraussetzung ist aber, dass der Neue zu uns passt. Also offen, kollegial und interessiert ist“, sagt er.



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