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Nach zehn Jahren : Letzter Vorhang für „Appen Classics“

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Künstler verabschieden sich im zehnten Jahr der Veranstaltung mit einem Verwöhnprogramm, mexikanischem Feuer und tierischen Beiträgen.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2015 | 14:00 Uhr

Appen | Das ureigenes Klassik-Event Appens feierte am Sonntag Jubiläum: Seit zehn Jahren ist „Appen Classics“ eine feste Institution in der Gemeinde. Gleichzeitig war es dieses Jahr das letzte Konzert: „Traurig, aber wahr“, so Organisator Michael Herm. Wegen bürokratischer Hürden kann er die Veranstaltung auf dem Niveau nicht weiterführen und sorgte daher jetzt mit einem Mammut-Programm für einen Abschluss mit einem Paukenschlag: „Sie werden ein Feuerwerk erleben“, versprach er dem Publikum.

16 Künstler kamen zu einer vierstündigen Tour de Force nach Appen gereist. Dabei war auch noch Maler Ulf Sturm, dessen bunte Bilder zu der Veranstaltung ausgestellt und zum Verkauf angeboten wurden. In unterschiedlichsten Formationen wanderten die Musiker durch Länder und Epochen. Der Musikalische Leiter Henning Lucius sagte: „Wir haben ein Verwöhnprogramm für Sie. Fühlen Sie sich wie auf einer Kreuzfahrt.“ Den furiosen Auftakt mit ganz viel mexikanischem Feuer machte das Ensemble Los Temperamentos mit Gitarre und Perkussion zu klassischem Gesang, Violine und Blockflöte. Besonderen Applaus heimsten auch das Duo Kratschkowski mit seiner leidenschaftlichen Interpretation von Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ auf dem Akkordeon ein, ebenso wie der Violinist Martynas Švegžda von Bekker und Lucius, der mit Pad statt Papier am Flügel saß.

Einen großen Stellenwert nahmen an diesem Abend ausgerechnet Tiere ein: Flötist Daniel Tomann erweckte mit dem modernen japanischen Stück „Moby Dick“ mit den Noten es, e und a (sea) symbolisch das Meer zum Leben. Eine faszinierende Klangwelt eröffneten auch Gitarrist Olaf van Gonnissen und Perkussionistin Cornelia Monske mit drei Hunde-Vertonungen von George Crumb. „Fritzi ist ein kleiner Dackel, ein Wadenbeißer“, erklärte Monske zum Verständnis. „Heidel hingegen ist ein lieber Pudel.“ Der Kleine war nur etwas weinerlich, eindrucksvoll imitiert durch Glissandi auf der Gitarre und mit einem Becken, das in eine mit Wasser gefüllte Plastikkiste getaucht wurde. Bei Harfenistin Gesine Dreyer ging es um die kleinsten im Tierreich: Im „Mosquito massacre“ von Paul Patterson jagte sie mit rasanten Trillern eine Mücke über ihre Saiten, und erschlug sie letztendlich am Rahmen – das Stück endete klagend in ein Zitat von Chopins „Marche funèbre“, aus war es mit der Mücke. Das Stück erntete nicht nur viel Applaus, sondern auch viel Gelächter.

Das lange Programm bot viele Highlights auf höchstem Niveau, aber manchem wurde es dann doch zu lang. Als zum Abschluss des Konzert-Marathons alle gemeinsam die „Appen-Classics“-Hymne sangen, war es schon etwas leerer in dem vorher rappelvollen Saal im Bürgerhaus. Mit dem Stück geschrieben von Lucius ist der letzte Akkord bei „Appen Classics“ nun gespielt.

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