Das Ende einer Epoche : Letzter reiner Realschuljahrgang in Uetersen verabschiedet

Geschafft: Stolz präsentierten die Schüler ihren ersten allgemeinbildenden Schulabschluss.
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Geschafft: Stolz präsentierten die Schüler ihren ersten allgemeinbildenden Schulabschluss.

Schulleiter Wolfgang Balasus überreichte 37 jungen Frauen und Männern nach der neunten Klasse ihren ersten allgemeinbildenden Schulabschluss, zwei erhielten den Förderabschluss.

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07. Juli 2015, 14:15 Uhr

Uetersen | Abschied nehmen hieß es vergangene Woche an der Rosenstadtschule Uetersen. Schulleiter Wolfgang Balasus überreichte 37 jungen Frauen und Männern nach der neunten Klasse ihren ersten allgemeinbildenden Schulabschluss, zwei erhielten den Förderabschluss.

„Euer Jahrgang ist ein ganz besonderer“, sagte Balasus den Absolventen der zehnten Klasse und erläuterte: „Ihr seid nämlich der letzte reine Realschuljahrgang in der langen Geschichte unserer Schule.“ Im Jahr 1878 wurde die Uetersener Mittel- und Realschule gegründet, die vergangene Woche ihren 123. Entlasungssjahrgang ins Berufsleben entließ. „Nach Euch kommen dann vier Regionalschuljahrgänge und danach – und das ist wichtig zu wissen, wenn Ihr Eure Kinder bei uns einschult, folgt die Epoche der Gemeinschaftsschulgeneration.“

89 Schüler waren vor sechs Jahren eingeschult worden – 126 erhielten nun ihr Realschulabschlusszeugnis. „Um gleich allen Spekulationen entgegenzutreten: Die Vermehrung ist nicht auf biologische Ursachen zurückzuführen“, scherzte Balasus. Im neunten Schuljahr hätte eine Aufbauklasse den Jahrgang ergänzt. Zudem seien Schüler von anderen Schulen gewechselt. „Wir bekamen vor allem vom Gymnasium einen gehörigen Zustrom.“

Stolz: Die Schüler der 10e nehmen ihre Zeugnisse entgegen. (Foto: PT)
Stolz: Die Schüler der 10e nehmen ihre Zeugnisse entgegen. (Foto: PT)
 

Laut Balasus würden die Jahrgänge als äußerst freundliche und zuvorkommende Schüler in Erinnerung bleiben. In einer anonymen Umfrage konnten sich die Schüler zu ihrer Zeit an der Rosenstadtschule äußern und zogen ein durchweg positives Fazit. Balasus Wunsch: „Ich hoffe, dass Ihr Eure Rosenstadtschule nicht nur als Schule mit gehobenem Lernanspruch wahrgenommen habt, sondern in der Ihr Euch auch in all den Jahren wohlgefühlt habt.“

Feiern gemeinsam den Abschluss: die Klasse 10d. (Foto: PT)
Feiern gemeinsam den Abschluss: die Klasse 10d. (Foto: PT)
 

Wer positive Lernerfahrungen mache, sei motivierter auch im weiteren Leben dazuzulernen, was vor allem für die Realschulabsolventen elementar sei, denn 40 Prozent wollen die gymnasiale Oberstufe besuchen und 50 Prozent eine Ausbildung beginnen. „Natürlich hat nicht jeder seinen Traumberuf gefunden, aber alle sind versorgt und viele recht gut“, so der Schulleiter.

Verabschieden sich von ihrer Schule: die Klasse 10c. (Foto: PT)
Verabschieden sich von ihrer Schule: die Klasse 10c. (Foto: PT)
 

Er rief die Schüler aber auch dazu auf, nicht nur auf Noten zu schauen: „Überschätzt oder unterschätzt nicht das Ergebnis auf Eurem Zeugnis. Im Regelfall kommt es nicht auf die Ziffer vor dem Komma, sondern auf den Menschen hinter der Note an. Entscheidend sind eine positive Lebenseinstellung und Zuversicht, wenn man Glück, Zufriedenheit und auch Erfolg in der Zukunft haben will. Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.“

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