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Fahlt in Pinneberg : Letzte Führung der Künstlergruppe „Feine Menschen“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

50 Teilnehmer waren mit dabei. Der Fahlt soll ein Schilderwald bleiben. Unterschriftenaktion für Erhalt des Projektes gestartet.

Pinneberg | Cornelia Moder sitzt entspannt auf einer Bank im Fahlt. „Denken“ steht in großen Buchstaben darauf Die Pinnebergerin hat es sich am Sonntag nicht entgehen lassen, die Kunstführung der „Feinen Menschen“ im Fahlt zu besuchen. Moder empfand die Ausstellung der Künstlergruppe einschließlich der kunstphilosophischen Führung als „faszinierend“. Pinneberg habe viele kulturelle Höhepunkte zu bieten. „Zu wenige Menschen nehmen das aber wahr“, sagte sie.

Um einige der Werke weiter im Wald zu belassen, hat Moder deshalb bereits 50  Unterschriften gesammelt, die sie bei der Stadt einreichen möchte. „Die Schriftzüge auf der Bank regen mich zum Nachdenken an. Sie können aber auch einfach nur neugierig machen“, erläutert Moder. Auch die Künstlergruppe „Feine Menschen“ selbst hat gestern einen Antrag bei der Verwaltung eingereicht, um das Projekt zu verlängern.

Insgesamt versammelten sich am Sonntag im Fahlt etwa 50 Menschen, um an der kunstwissenschaftlich-philosophischen Wanderung mit Professor Gunnar F. Gerlach teilzunehmen. Mit der Führung fand das Projekt „Kunstkur.laub“ vorerst seinen Abschluss. „Wir haben eine große positive Resonanz erzielt“, freute sich Mioq Marion Inge Otto-Quoos von den „Feinen Menschen“. Zahlreiche Pinneberger hätten sich gewünscht, Werke im Wald zu belassen. Auch Kunstschilder mit Aufschriften wie „Kunstkurort“ und das in der Nähe der Kirche stehende Schild „Zum bitteren Ende“ seien bei den Besuchern gut angekommen.

Gerlach, Professor für Kunstwissenschaft und philosophische Ästhetik, beleuchtete das Projekt unter dem Motto „Einatmen, Ausatmen, Erinnern“ von diversen kunstphilosophischen Standpunkten aus. „Beim Thema Wald handelt es sich um einen deutschen Mythos schlechthin“, so der an der Universität Hamburg unterrichtende Wissenschaftler. Dem Wald hafte immer „etwas Ambivalentes an“. Der Wald sei im Sinne des Literaten Ernst Jünger nicht nur ein Hort der Sicherheit, sondern „rücke immer „auch an das Unheimliche heran“. Als Beispiele für das Unheimliche im Wald führte der Professor zwei Bilder des Malers Caspar David Friedrichs an. Deren Titel lauten: „Chasseur im Walde“ (1814) und „Wanderer überm Nebelmeer“ (1817).

Bürgermeisterin Urte Steinberg (Zweite v. l.) ließ sich bei der Wanderung im Zuge der Ausstellung der „Feinen Menschen“ ebenfalls blicken. (Foto: Heiderhoff)
Bürgermeisterin Urte Steinberg (Zweite v. l.) ließ sich bei der Wanderung im Zuge der Ausstellung der „Feinen Menschen“ ebenfalls blicken. (Foto: Heiderhoff)
 

Mit ihrem Projekt „Kunstkur.laub“ erweiterten die „Feinen Menschen“ den Radius von der Straße vor Ort in die Natur vor Ort. Die Besucher konnten mit Hilfe von Markierungsbändern ihren Lieblingsbaum küren und „Kunstluft“ mit nach Hause nehmen. Sie besuchten historische Stationen – wie den ehemaligen Gerichtstand im Wald. Auch Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) nahm am an der letzten Führung am Sonntag teil. „Noch um die Jahrhundertwende handelte es sich beim Fahlt um ein attraktives Ausflugsziel der Hamburger, einen Ort der Sommerfrische“, sagte Steinberg. Die Künstler suchen aktuell Sponsoren für einen Katalog zur Ausstellung. Wer dieses Vorhaben unterstützen möchte, kann sich an das Stadtmuseum Pinneberg unter Telefon 04101-207465 wenden.

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erstellt am 02.Feb.2016 | 14:45 Uhr

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