Lesung: Die Lieben des Max Ernst

Autor Markus Orths signierte Bücher.
Autor Markus Orths signierte Bücher.

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12. Juni 2018, 13:03 Uhr

Max Ernst gilt als einer der wichtigsten Maler des Surrealismus. Autor Markus Orths hat den Revolutionär der Malerei ins Zentrum des Geschehens gerückt. Er las aus seinem neuen Werk „Max“ im Zuge einer spannenden Veranstaltung in der ausverkauften Buchhandlung Bücherwurm. Orths schilderte in kunstvoller Sprache Episoden aus dem Leben des Künstlers. Der Autor legte dabei einen besonderen Fokus auf das Liebesleben des Surrealisten. Die sechs Kapitel des Buches sind nach jenen Frauen benannt, mit denen Ernst in den jeweiligen Lebensabschnitten zusammen lebte. „Diese sechs Frauen sind aber nur die Spitze des Eisbergs“, verriet Orths. Es habe weitaus mehr Frauen im Leben des Surrealisten gegeben. Orths gab zu Anfang der Lesung Einblicke in die Kindheit des Künstlers. Er beschrieb dessen Erlebnisse mit dem Vater in metapherreicher Sprache. Er schilderte beispielsweise, wie der Hobbymaler Philipp Ernst seinen Sohn Max als Christkind porträtierte. Eindrücke aus den Erlebnissen mit seinem Vater gaben schon früh Anstöße für Ernsts später bevorzugte Kunstform, die Collage.

Der lebendig vortragende Orths beschrieb in seiner Lesung die Art der Beziehung zwischen Ernsts erster jüdischer Ehefrau Luise Jacob Straus, der Mutter seines einzigen Sohnes Jimmy. Auch auf die Dreiecksbeziehung zwischen Ernst, Paul und Gala Éluard, der späteren Ehefrau von Salvador Dalí, kam der Autor zu sprechen.

Das Publikum interessierte sich sichtlich für das Leben des Künstlers und stellte viele, auch kritische Fragen zu den Beziehungen des Künstlers mit seinen sehr viel jüngeren Frauen. „Das Buch ist sehr spannend. Ich besitze es schon“, verriet Gisela Gohrband. Sie habe den Künstler zwar als interessante, aber wenig sympathische Persönlichkeit wahrgenommen.

Wie Orths zum Thema kam? Er schrieb vorab eine Erzählung über den Surrealisten für das Brühler Max-Ernst-Museum. „Ich habe mich dann so intensiv mit ihm auseinandergesetzt, dass der Funke übersprang“, so Orths. Mit dem Filmkomiker Stan Laurel und Philosophen Thomas von Aquin beschäftigt sich Orths’ nächster Roman.


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