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Pinneberger Tageblatt

17. August 2017 | 18:07 Uhr

Lese-Tipps von der Expertin

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

BücherwurmAutorin und Literaturkritikerin Annemarie Stoltenberg fasziniert 110 Zuhörer

500 Jahre Reformation, 250 Jahre Drostei und 70 Jahre Bücherwurm. Buchhändlerin Meike Lympius hat die NDR-Journalistin Annemarie Stoltenberg im Jubiläumsjahr willkommen geheißen. Die Buchexpertin präsentierte 110 Zuhörern auf die ihr eigene humorvoll-fesselnde Art 22 aktuelle Titel. Stoltenberg zieht im Bücherwurm bereits seit zwei Jahrzehnten ihre Zuhörer in den Bann.

Mit „Fast eine Familie“ stellte sie das fein komponierte Werk des von der amerikanischen Presse gefeierten New Yorkers Bill Clegg vor. Der Roman thematisiert eine Geschichte, in deren Kern die Familie steht. Am Morgen der Hochzeit der Tochter von June Reid geht deren Haus in Flammen auf. Der Brand reißt die Familie, bis auf June, in den Tod. Während June das Gerede hinter sich lässt, entspannt sich unter ihr allmählich ein Netz wahrer Mitmenschlichkeit. „Ein tolles Buch des hoffnungsvollen Amerikaners“, urteilte Stoltenberg.

Beim letzten Werk des 2014 verstorbenen Kent Haruf „Unsere Seelen bei Nacht“ handelt es sich um einen berührenden, in einfachen Worten geschriebenen Roman über spätes Glück. Nach Harufs Worten geht es nicht um Sex: „Es geht darum, die Nacht zu überstehen. Zu reden, zusammen im Bett zu liegen. Die ganze Nacht.“ Protagonisten sind die um die siebzig Jahre alten, verwitweten Nachbarn Addie Moore und Louis Waters. Als Louis Addis Vorschlag annimmt, um bei ihr die Nacht zu verbringen und sich besser kennen zu lernen, zerreißen sich ihre Mitmenschen das Maul. Addis Sohn versucht die Beziehung zu verhindern, indem er seine Mutter mit dem von ihr geliebten Enkel erpresst. Stoltenberg empfahl hierzu auch das von Ulrich Noethen gesprochene Hörbuch.

Beim Werk „Dinge, die vom vom Himmel fallen“ der Finnin Selja Ahava handelt es sich nicht nur um eine poetische, sondern laut Stoltenberg zugleich „dramatische und schräge Geschichte“. Ein vom Himmel stürzender Eisbrocken nimmt der achtjährigen Saara die Mutter. Mit ihrem Vater verlässt sie das geliebte Sägemehlhaus, um zur Tante zu ziehen. Auch dieser widerfährt Unglaubliches, als sie im Lotto gewinnt und vor Schreck in einen Dornröschenschlaf verfällt.

Der Künstlerroman Chirú von Michela Murgia thematisiert die Liebesgeschichte zwischen Chirú (18) und Eleonora (38). Die Schauspielerin nimmt sich des Studenten an, um seinen Weg eine Weile zu begleiten. Während Eleonora Chirú in die Künstlerwelt einführt, reflektiert sie, wie unglücklich sie sich in ihrer Familie als Kind gefühlt hat.

Leserin Regina Nowak nutzte die Chance, die Kritikerin zu sprechen. „Der von Frau Stoltenberg im Herbst vorgestellte Roman ‚Weltschatten‘ von Brahams hat mich fasziniert“, erläuterte sie. Nowak bekannte, sich Stoltenbergs Lesungen nicht entgehen zu lassen. Einige Leser griffen in der Pause zu den Romanen „Eine englische Ehe“ von Claire-Fuller und zum neuen Suter.


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