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Summerjazz in Pinneberg : Leichte Finger, brillanter Blues

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Förderverein SummerJazz: Abi Wallenstein und Matthias Schlechter sorgen für Stimmung bei Konzert im Pinneberger Rathaus.

shz.de von
erstellt am 20.Apr.2015 | 12:15 Uhr

Pinneberg | „Wir erleben heute ein Blueskonzert von zwei Urgesteinen.“ Bei der Begrüßung von Günter Kleinschmidt mussten so manche Besucher schmunzeln. Denn diese Bezeichnung – zumindest vom Alter her – trifft eher auf Abi Wallenstein (69) zu, als auf dessen musikalischen Partner Matthias Schlechter (36). Doch der Vorsitzende des Fördervereins SummerJazz erläuterte sogleich: „Matthias ist auf jeden Fall ein Urgestein des SummerJazz.“ Immerhin sei der Pianist bereits seit fast 20 Jahren dabei. Ein lockerer Einstieg in das Konzert, zu dem sich 200 Blues- und Boogie-Fans im Sitzungssaal des Pinneberger Rathauses eingefunden hatten.

Eigentlich sollte das Konzert im Vorraum des Saals stattfinden, denn die Veranstaltungsreihe, die der Verein seit vielen Jahren auf die Beine stellt, heißt „Jazz im Foyer“. Doch wegen der großen Kartennachfrage wurden die Stühle im Sitzungssaal aufgestellt. „Wir waren bereits zwei Wochen vorher ausverkauft“, freute sich Kleinschmidt. Mit „Jazz im Foyer“ habe der Verein eine echte Marktlücke aufgetan: „Wir verkaufen die Tickets mitunter bereits für mehrere Konzerte im Voraus.“

Wallenstein, der gemeinsam mit Schlechter zuletzt vor drei Jahren in der Pinneberger Gaststätte „Ratskeller“ aufgetreten war, wird als „Vater der Hamburger Blues-Szene“ bezeichnet und steht seit 1966 auf Bühnen in fast ganz Deutschland. Der in Jerusalem geborene 69-Jährige spielte mit bekannten Musikern wie Axel Zwingenberger, Vince Weber, Inga Rumpf sowie Joja Wendt und wurde vier Mal in Folge mit dem „German Blues Award“ ausgezeichnet.

Schlechter entdeckte im zarten Alter von zehn Jahren das Boogie-Woogie-Piano und erlernte das Klavierspiel rein autodidaktisch. Im Laufe seiner noch jungen Karriere wurden ihm bereits zwei Solisten- und vier Bandpreise verliehen, darunter ein Sonderpreis für „Spielfreude und Ausdauer“ beim Pinneberger SummerJazz. Mittlerweile gehört er zum Organisations-Team des Festivals.

Blues-Fans: Die Besucher im voll besetzten Sitzungssaal waren begeistert. (Foto: Krohn)
Blues-Fans: Die Besucher im voll besetzten Sitzungssaal waren begeistert. (Foto: Krohn)
 

Im Ratssaal legten sich die beiden Musiker von Beginn an kräftig ins Zeug. Los ging es mit einem langsamen Blues, dem Wallenstein mit seiner rauen Stimme im wahrsten Wortsinn die passende Note verlieh. Bei den flotteren Weisen dauerte es nicht lange, bis die ersten Zuhörer den Takt mitklatschten, erst behutsam, und nach Aufforderung des Gitarristen immer öfter als Rhythmusgeber. Mit seiner perfekt beherrschten Bottleneck-Technik, bei der die Saiten mit einem Metallröhrchen gedrückt werden, entlockte Wallenstein dem Instrument mitunter unglaubliche Töne. Schlechter bearbeitete die Tasten des Pianos leichtfingrig-brillant, immer wieder ein paar Extra-Töne einstreuend, und stellte bei einigen Stücken auch seine Sangeskunst unter Beweis. Bei so viel Spielfreude kamen die Musiker am Ende des Konzerts der Aufforderung des Publikums nach Zugaben nur allzu gern nach.

Bevor das 20. SummerJazz-Festival am 6. August startet, wird es noch weitere zwei Veranstaltungen im Rathaus-Foyer geben: am Freitag, 29. Mai, mit den Jazzern der Combo „Alabama Hot Six“ sowie am Freitag, 26. Juni, mit der Swing-Formation „Harlem Jump“. Nähere Informationen darüber gibt es im Internet.
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