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Pinneberger Tageblatt

24. Oktober 2017 | 06:54 Uhr

Leichenfund am frühen Morgen

vom

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Quickborn | Gestern Morgen, 3.30 Uhr: Rolf Hoop macht beim Zeitungsaustragen eine schreckliche Entdeckung. Vor dem Haus in der Quickborner Holmmoortwiete findet er die Leiche des 58-jährigen Bewohners. Die Kriminalpolizei Pinneberg konnte gestern Mittag bereits mitteilen, dass der Mann vermutlich an einer natürlichen Todesursache gestorben ist. Hinweise auf eine Straftat oder ein Gewalteinwirken gab es jedenfalls keine.

Der 63-jährige Hoop steht seit 2005 jeden Morgen um Viertel vor drei auf, um diese Zeitung auszutragen. Da Hoop zirka 150 Haushalte im Quickborner Stadtgebiet bedient, setzt er sich dafür ins Auto. Bislang gab es dabei keine besonderen Vorkommnisse. Doch nachdem er gestern - eine halbe Stunde nach seinem Arbeitsbeginn - das Quickborner Tageblatt in einen Briefkasten an der Holmmoortwiete geworfen hatte, entdeckte er auf dem Rückweg zu seinem Wagen zwei Füße in einem Graben.

Die Füße seien ihm zunächst gar nicht aufgefallen, da es noch dunkel war, sagte Hoop im Gespräch mit dieser Zeitung. "Im ersten Moment weiß man ja gar nicht, was man machen soll", so Hoop. Er sei dann aber näher heran gegangen und habe, als er sich sicher war, dass auf dem Boden ein Mensch liegt, die 112 gewählt. "Am Notruf haben mir die Beamten gesagt, ich solle den Mann umdrehen, damit er atmen kann, falls er noch lebt. Er lag ja mit dem Gesicht auf dem Boden." Das habe er dann getan und anschließend auf die Polizei gewartet. Ein wenig mulmig sei ihm dabei schon gewesen, denn schließlich habe er nicht wissen können, ob der Mann, den er flüchtig kannte, nicht doch noch lebte und gleich aufspringe.

Kurz nachdem Hoop den Mann umgedreht hatte, sei auch schon die Polizei gekommen. "Der Polizist hat ihn angeguckt und gleich gewusst: Der ist tot", sagte Hoop. Er habe dann nur noch seine Personalien angeben müssen und wäre dann weggeschickt worden. Kurz habe er darüber nachgedacht, nach Hause zu fahren, sich dann aber entschieden, seine Route doch noch zu beenden: "Dabei konnte ich mich beruhigen. Es ist zwar traurig, dass der Mann tot ist, aber er ist ja eines natürlichen Todes gestorben", so Hoop. Gegen sechs Uhr habe er dann Feierabend gemacht und sei nach Hause zu seiner Frau gefahren, die ihn dort bereits erwartete.

Heute Morgen wird Hoop wieder die Zeitung austragen. Der Leichenfund habe ihn nicht nachhaltig geschockt, sagte der 63-Jährige, denn schließlich gehöre der Tod zum Leben. Das sei halt so.

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