Elmshorn : Leibniz-Schule verklagt Mutter

Die Leibniz-Privatschule in Elmshorn.
Die Leibniz-Privatschule in Elmshorn.

Frau nimmt Kind von privater Bildungseinrichtung und spricht von unhaltbaren Zuständen dort. Gütetermin endet mit Vergleich.

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05. Juli 2014, 14:00 Uhr

Elmshorn | Unhaltbare Zustände an einer Privatschule oder persönliche Schlammschlacht gegen einen Bildungsträger? Die Leibniz Privatschule gGmbH hat wegen ausstehenden Schulgeldes von 500 Euro eine Mutter verklagt, die ihre Tochter von der Schule genommen hatte. Die Frau begründete ihre Entscheidung mit den ihrer Ansicht nach katastrophalen Bedingungen an der Schule.

Gestern einigten sich beide Parteien vor dem Amtsgericht Elmshorn auf einen Vergleich. Die Mutter erklärte sich bereit, 250 Euro zu zahlen. Beide Parteien verzichten damit auf möglicherweise weitergehende Ansprüche.

Die Beklagte sprach vor dem Amtsgericht von unhaltbaren Zuständen in der Leibniz-Schule. Kinder hätten Angst, zum Untericht zu gehen. Auf dem Schulhof habe es tätliche Übergriffe gegeben. Fälle von Mobbing seien bekannt geworden. Sie wisse von zahlreichen Eltern, die sich vor Gericht mit der Schule gestritten hätten. Die Fluktuation unter den Lehrern sei sehr hoch. Die Vorwürfe könne Sie mit zahlreichen Dokumenten und Gerichtsurteilen belegen. Da es nach dem geschlossenen Vergleich keine öffentliche Hauptverhandlung gibt, werden diese Unterlagen und Zeugenaussagen nicht mehr als Beweismittel vom Gericht berücksichtigt.

Der Anwalt der klagenden Leibniz Privatschule gGmbH tritt den Vorwürfen entgegen, bezeichnet sie als Teil einer „Schlammchlacht“, welche die Mutter gegen die Schule führe. Viele Eltern und Schüler seien mit der Leistung der Schule zufrieden.

Der Vergleich bietet Vorteile für beide Parteien. Die Mutter entgeht einem Prozessrisiko. Denn der Anwalt der klagenden Schule hatte angedeutet, möglicherweise Gebühren für ein komplettes Halbjahr fordern zu wollen, weil seiner Ansicht nach die Abmeldung ihrer Tochter nicht fristgerecht eingegangen ist. Hätte die Klägerin Recht bekommen, wäre auf die Mutter eine Forderung in dreistelliger Höhe zugekommen. Die Leibniz Privatschule gGmbH hat mit ihrem Ja zu dem Vergleich vermieden, dass zahlreiche Vorwürfe gegen die Schule, unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt aber möglicherweise gestützt von Zeugenaussagen, öffentlichkeitswirksam vorgetragen werden können. Der Gerichtstermin stand allerdings nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Bedingungen, zu denen die Schüler in diesem Jahr wie gestern berichtet ihre Abiturprüfungen ablegten. Nur 45 von 59 Heranwachsenden haben das Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife in der Tasche. Nach Auskunft des Bildungsministeriums sei die hohe Durchfallquote ein „Ausrufezeichen“. Viele Schüler waren von externen Prüfern herabgestuft worden.

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