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Hass + Hatje Neubau in Rellingen : Lebhafte Diskussion während „Frühzeitiger Bürgerbeteiligung“ im Rathaus

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Es geht um einen möglichen 3344 Quadratmeter-Neubau. Hinzu kämen 103 neue Stellplätze für die Mitarbeiter.

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erstellt am 09.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Rellingen | Es geht um die Optimierung der Logistik, es geht um die Erhöhung der Lagerkapazität – das Rellinger Bauzentrum Hass + Hatje plant zu dem vorhandenen Hagebau-Markt und dem Baustoffhandel an der Eichenstraße auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule Stoldt den Bau einer zweiten Halle – mit etwa 3344 Quadratmetern so groß wie die vorhandene. Hinzu kommen 103 neue Stellplätze für die Mitarbeiter. Den Montagtermin „Frühzeitige Bürgerbeteiligung“ im Rellinger Rathaus nutzten Anwohner, um Anregungen, Bedenken und Kritik zu äußern. Der Kanon der Gefühle reichte von Verzweiflung, Resignation, Neugierde bis zu ungebrochenem Kampfgeist der Mitglieder der A. I. G. – Anlieger Interessen Gemeinschaft.

Entschieden wurde nichts. Architekt Peter Scharlibbe, vom Büro für integrierte Stadtplanung (BIS) mit Sitz in Aukrug informierte zu Beginn wort- und inhaltsreich, unterstützt von Reinhard Pollok vom Büro Regionalentwicklung Günther und Pollok aus Itzehoe. Die politischen Vertreter aller Fraktionen hörten konzentriert zu. Alle Äußerungen der Anwohner, besonders im Bereich Gärtnerstraße und Eichenstraße, wurden von Andrea Reichert vom Bauamt akribisch protokolliert – als „Grundlage für weitere Entscheidungen über die Nutzung des Grundstücks“, wie Gastgeberin und Leiterin der Sitzung, Bürgermeisterin Anja Radtke, betonte.

Zur Erinnerung: Im Frühjahr reichte die Firma den Antrag ein, im Juli fassten die Politiker den Planaufstellungsbeschluss. Die ursprüngliche Planung, die neue Halle neben den bestehenden Komplex mit einer Durchfahrt dazwischen zu bauen, wurde um eine Variante B erweitert. Die neue Lagerhalle soll direkt an die existierende angebaut werden – mit einer Lärmschutzwand inklusive Dach zur Gärtnerstraße und mit einer Lärmschutzwand in Richtung Eichenplatz.

Angrenzend, im Norden, soll ein 520 Kubikmeter fassendes Regenrückhaltebecken gebaut werden. Ausgleichsflächen für etwa 6000 Quadratmeter versiegelten Boden sollen, wenn möglich, im Kreis Pinneberg entstehen. Im Kern der Diskussion, in der Ängste um die eigene Gesundheit, Ängste um den Wertverlust der Immobilien, Ängste um den Verlust der Lebensqualität geäußert wurden, drehte sich alles um Lärm- und Immissionsschutz sowie Lichtsmog.

Der Blick aus  dem Haus Eichenplatz 12 im zweiten Obergeschoss – ohne und mit der zweiten neuen Halle.  (Animation/A. I. G. – „Anlieger Interessen Gemeinschaft“)
Der Blick aus dem Haus Eichenplatz 12 im zweiten Obergeschoss – ohne und mit der zweiten neuen Halle. (Animation/A. I. G. – „Anlieger Interessen Gemeinschaft“)
 

Selbst die radikalste Forderung, auf die „Erweiterung des großflächigen Einzelhandels im Sondergebiet“ grundsätzlich zu verzichten, fand Gehör beziehungsweise Einzug ins Protokoll. Wolfgang Pauksch, Sprecher der „Anlieger Interessen Gemeinschaft“, war es, der zu guter Letzt an die Entscheidungsträger einen umfassenden Forderungskatalog inklusive Animationen verteilte. Im Wortlaut heißt es dort unter anderem: „Für den Fall, dass den Erweiterungsplänen der Firma Hass & Hatje GmbH & Co, KG dennoch stattgegeben wird, fordern die Anlieger eine:

  • Sicht- und Imissionsschutzwall mit einer Höhe von fünf Metern im Norden (Banskamp), im Osten (Gärtnerstraße), im Süden (Eichenstraße, Eichenplatz) sowie intensive Dachbegrünungen der Hallendächer, gegebenfalls auch der Wände.
  • Schallreflexionsarme Hallenwände, um die Reflexion von Lärm durch Polizei, Ambulanzen, Arbeitslärm auf dem Areal zu minimieren.
  • Definitiv keine Verkehrsführung am Gebäudekomplex Eichenplatz 8-12.
  • Beweissicherung für eventuell auftretende Setzungsschäden an den umliegenden Immobilien Eichenplatz, Eichen- und Gärtnerstraße.
  • Regalanlagen im nicht überdachten Bereich, die die Höhe von fünf Metern, Oberkante Ware, nicht überschreiten darf (entspräche der Höhe des Sichtschutzwalles.
  • Durch eine oberirdische Verringerung der Höhe um etwa zwei Meter würde der Baukörper sich besser der Wohnbebauung anpassen und nicht so negativ in Erscheinung treten. Die Verkürzung um zwei Raster, etwa 12,5 Meter, würde auch in Richtung Eichenplatz mehr Abstand bieten.
  • Forderung nach einem Wertminderungsersatz der betroffenen Immobilien Eichenplatz und Gärtnerstraße. Die umliegenden Immobilien erleiden eine Wertminderung von etwa 15 Prozent, diese entspräche etwa sechs Millionen Euro.“
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