Pinneberg : Lebensretter suchen neue Ausbilder

„Es lernen zu wenig Kinder schwimmen“, sagen Roland Wiebicke, stellvertretender Vorsitzender (von links), Jugendvorsitzende Andrea Lademacher-Sander und Jan Otte, stellvertretender Technischer  Leiter.
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„Es lernen zu wenig Kinder schwimmen“, sagen Roland Wiebicke, stellvertretender Vorsitzender (von links), Jugendvorsitzende Andrea Lademacher-Sander und Jan Otte, stellvertretender Technischer Leiter.

DLRG braucht Unterstützung, um Anzahl und Qualität der Schwimmkurse zu erhalten. Verein bietet die einzigen Erwachsenen-Schwimmkurse im Kreis Pinneberg an.

shz.de von
30. Januar 2015, 16:00 Uhr

Pinneberg | Das vergangene Jahr war bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Pinneberg ein ruhiges, im Vergleich zum vorigen zumindest. „2013 haben wir die Landesmeisterschaften ausgerichtet, unser 60-jähriges Bestehen gefeiert und Sondereinsätze wegen des Hochwassers gehabt – das war ganz schön viel“, blickt Roland Wiebicke, stellvertretender Vorsitzender zurück. Trotzdem steht bei den Ehrenamtlern immer einiges an: Außer etlichen Schwimmkursen für Kinder und Erwachsene gehören zur Arbeit des 62 Jahre alten Vereins zum Beispiel die Unterstützung der Strandwache in Kollmar, die Teilnahme an Meisterschaften und Ausflüge.

Derzeit hat die DLRG Pinneberg etwa 1100 Mitglieder. Und der Verein ist jung: „Zwei Drittel unserer Mitglieder sind Jugendliche“, sagt Jan Otte, stellvertretender Technischer Leiter. „Allerdings sind Jugendliche bei uns bis 26   Jahre alt“, fügt der 34-Jährige hinzu. Wie viele aus dem aktiven Team gibt er regelmäßig Schwimmunterricht. Otte ist einer von etwa 40 Ausbildern bei der Pinneberger DLRG. Was viel klingt, reicht nicht aus: „Das ist eigentlich zu wenig. Wir wollen schließlich die Anzahl der Kurse sowie die Qualität halten“, erklärt Wiebicke. Obwohl der Verein so viele junge Mitglieder habe, sei das Rekrutieren von Nachwuchsausbildern schwierig. „Ich habe zum Beispiel gerade von einer jungen Kollegin erfahren, dass sie aufgrund ihres Studiums ab Sommer nicht mehr unterrichtet. Schade, sie hätte mittlerweile einen Kursus leiten können“, so Wiebicke. Vor allem 18- bis 26-Jährige fehlen. Viele ziehen für ein Studium weg oder arbeiten so viel, dass sie keine Zeit mehr haben, um sich ehrenamtlich zu beteiligen. Hausintern hat der Verein daher jetzt eine Kampagne gestartet. Motto: „Komm ins Wasser.“

Ausbilder erfüllen einen wichtigen Job, denn schwimmen kann überlebenswichtig sein. „Es lernen zu wenig Kinder schwimmen“, konstituiert Wiebicke. Und was hat man davon, Ausbilder zu sein? „Es macht großen Spaß. Das schönste ist, wenn die Kinder ihr Abzeichen haben. Da hat man als Ausbilder sein Ziel erreicht“, sagt Otte und lächelt stolz.

Besonderheit bei der Pinneberger DLRG: „Wir sind der einzige Verein im Kreis Pinneberg, der Schwimmkurse für erwachsene Nichtschwimmer anbietet“, sagt Otte. „Die Erwachsenen sind auf ganz unterschiedlichen Levels. Und sie haben oft viel mehr Angst – außerdem lernen sie langsamer als Kinder“, berichtet er.

Ob des Nachmittagsunterrichts an den Schulen hätten sich außerdem die Zeiten des Schwimmunterrichts stark nach hinten verlagert. „Früher fingen die Kurse mittwochs um 14 Uhr an. Jetzt sind wir schon bei 17              Uhr“, berichtet die Jugendvorsitzende Andrea Lademacher-Sander. Stattdessen die Kurse in den Schulunterricht zu integrieren sei schwierig umzusetzen. „Wir arbeiten ehrenamtlich und haben tagsüber einen normalen Job“, sagt Wiebicke.

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