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Rettungshundestaffel Pinneberg : Lebensretter auf vier Pfoten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nachtprüfung der Pinneberger Rettungshundestaffel in Norderstedt. Alle zehn Teilnehmer waren erfolgreich.

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2014 | 16:16 Uhr

Pinneberg | „Such und hilf“, schallt es durch die Nacht im Rantzauer Forst. Was wohl keiner der Anwohner und Spaziergänger ahnt: Hier läuft eine Premiere.

Von 17 Uhr am Sonnabend bis etwa Mitternacht ist an der Straße Syltkuhlen ein beleuchtetes Zelt aufgebaut. Immer wieder wandern dunkel gekleidete Menschen, ausgerüstet mit Stirnlampen, in den Wald. Dann verschwindet ein Team aus Hund und Mensch in Warnjacke im Dickicht. Kurz darauf bellt ein Hund mehrfach laut auf. Dann ist Ruhe. Kurz darauf ist wieder Bellen zu hören.

Andere Hunde warten gut einen Kilometer entfernt auf ihren Einsatz. Dann ist ein Funkgerät zu hören, aus dem jemand sagt: „Bestanden. Mit sehr gut.“ Plötzlich brandet Jubel auf in der Nacht der ersten Flächenprüfung für Suchhunde.

Organisator und Prüfungsleiter Andreas Polter (50) erklärt: „Wir sind auch im Einsatzfall vor allem nachts unterwegs. Dann, wenn es kalt und nass ist. Daher liegt eine Übung in der Nacht auf der Hand.“ Für die Vorbereitung und Umsetzung erntet das Organisationsteam viel Lob – etwa von Volker Marx, der eigens aus Mannheim angereist ist. 35 Mal war Marx im vergangenen Jahr zu Prüfungen irgendwo in Deutschland unterwegs. Heute nun also Norderstedt, 600 Kilometer von zu Hause entfernt. Mindestens vier Hunde müssen zu einer Prüfung angemeldet sein, sonst lohnt der Aufwand nicht. Andreas Polter von der Rettungshundestaffel des Kreises Pinneberg, der auch für den südlichen Teil des Kreises Segeberg zuständig ist, hat für die Prüfung zehn Hunde angemeldet.

Kurz darauf, bei der Flächensuche, hat auch der letzte Hund in dem 25.000 Quadratmeter großen Waldstück einen versteckten Menschen aufgespürt: „Die Helfer verstecken sich irgendwo in dem abgesteckten Gelände und müssen dann von den Hunden gefunden werden.“

Dabei müssen die Hundeführer im Blick behalten, wo der Hund schon geschaut hat. Die Dunkelheit erweist sich dabei nur für die Menschen zur zusätzlichen Hürde. Bei der Prüfung wissen weder Hund noch Mensch, wie viele Helfer versteckt sind. Bis zu drei – so viel steht fest. 25 Minuten darf eine Übung längstens dauern. Zehn erfolgreiche Hunde, glückliche Menschen an diesem Abend: Alle haben die Prüfung bestanden. Rettungshunde werden immer dann eingesetzt, wenn Mensch oder Technik nicht mehr weiterkommen. „Immer wenn Personen vermisst werden, sind wir zur Stelle, um sie zu retten“, erklärt Polter. Dabei gibt es unterschiedliche Ausbildungen bei den Hunden und Menschen. Alle eint jedoch, dass sie Lehrgänge im Bereich der Ersten Hilfe für Menschen, der Ersten Hilfe für Hunde und auch im Umgang mit Funkgeräten erfolgreich absolviert haben müssen. Dazu müssen bestimmte Impfungen bei den mindestens 18 Monaten alten Hunden vorhanden sein.

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