Lebenshilfe-Projekt ist sehr erfolgreich

Sie setzen sich auch für Inklusion ein: Vordere Reihe, von links: v Karin Reschke (vorn, von links), Rüdiger Pein sowie Nadine Haartje (hinten, von links), L-H-Fachbereich Wohnen, Gabriele Kneifel (L-H.), Antje Hachenberg sowie Christin Stange.
Sie setzen sich auch für Inklusion ein: Vordere Reihe, von links: v Karin Reschke (vorn, von links), Rüdiger Pein sowie Nadine Haartje (hinten, von links), L-H-Fachbereich Wohnen, Gabriele Kneifel (L-H.), Antje Hachenberg sowie Christin Stange.

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20. Juli 2018, 14:28 Uhr

Das Fremdwort „Inklusion“ hat im Zusammenhang mit dem Umgang oder der Betreuungsarbeit mit Minderheiten den Begriff „Integration“ mehr und mehr abgelöst, egal ob in Verbindung mit körperlich oder geistig Behinderten oder mit Migranten. Aber nicht viele von uns können sich sowohl unter dem einen noch dem anderen Wort etwas Konkretes vorstellen.

Der Ortsverein Pinneberg der Lebenshilfe hat seit über einem Jahr einen Ort geschaffen, an dem Inklusion gelebt werden soll, den Lebenshilfe-Treffpunkt im ehemaligen Schulungsgebäude der AKAD, mitten im Stadtzentrum. Alt und Jung, behinderte und nicht behinderte Menschen treffen sich dort regelmäßig, aber nicht in der Rolle von Klient und Betreuer, sondern als selbstverständlicher Teil einer Gruppe, die sich als Ganzes definiert.

Während im integrativen Gedanken versucht wird, Menschen innerhalb einer Gruppe trotz ihrer unterschiedlichen Ausprägung und Andersartigkeit zusammenzufügen, versteht Inklusion alle Mitglieder einer Gruppe als gleichberechtigte Partner und selbstverständliches Spiegelbild unserer Gesellschaft.

Alle Ausprägungen der Menschen definieren gemeinsam das Wesen der Gruppe. Der Lebenshilfe-Treffpunkt ist im Mai 2017 ins Leben gerufen worden, ehrenamtliche Helfer und Unterstützer des Ortsvereins tragen dazu bei, dass behinderte und nichtbehinderte Menschen sich treffen können und einfach ein paar schöne Stunden gemeinsam verleben. So hat sich das Frühstück am Donnerstag bereits gut etabliert, an dem regelmäßig 15 und mehr Personen teilnehmen. Aber auch eine Kaffeestunde, Kreativzeit zum Basteln oder gemeinsame Ausflüge werden angeboten.

Mehr miteinander ist ein Gewinn für beide Seiten: Auf den Treffen entstehen viele spontane Ideen. Da trifft der Wunsch nach einem netten Einkaufsbummel auf die Meldung, dass jemand ohnehin nach Hamburg fährt und dafür gern Gesellschaft hätte. Christin Stange möchte gern einmal zur Hamburger Elb-Philharmonie, sie hofft darauf, dass sie genau den findet, der mit ihr gern dorthin gehen würde.

Projektkoordinatorin Antje Hachenberg betont: „Es geht dabei nicht um die typische Rollenverteilung von Behinderten und Betreuern, sondern darum dass sich oft die Interessen von Menschen zusammenbringen lassen und für beide Seiten ein Gewinn entsteht. Dafür ist unser Zentrum mit den regelmäßigen Treffen der passende Ort“. Gemeint ist damit beispielsweise, dass sich auch nichtbehinderte Menschen manchmal nach ihrem Arbeitsleben einsam fühlen und Erfüllung darin finden können, einen Teil ihrer Zeit anderen zu schenken.

Während der Auftrag der Lebenshilfe als Betreuungseinrichtung für Behinderte sich darauf beschränken muss, die Alltagsbewältigung für die Klienten zu gewährleisten, die außerhalb von Wohneinrichtung leben, will der Ortsverein darüber hinaus die Lebensqualität besonders im Bereich der sozialen Anbindung verbessern. Dazu Gabriele Kneifel, Betreuerin für ambulantes Wohnen: „Meine Aufgabe ist erfüllt, wenn ich sicherstelle, dass meine Klienten etwas selbstständig ausführen können, zum Beispiel den Besuch eines Kinos. Meine Aufgabe darf nicht sein, jeden Samstag mit meinen Klienten ins Kino zu gehen“. Hier setzen die Bemühungen des Ortsvereins ein. Sie möchten helfen, damit sich die Menschen mit ihren Wünschen mit denen treffen können, die bei der Realisierung helfen wollen. „Dazu sind weitere Helfer willkommen, aber eine Verpflichtung soll daraus nicht erwachsen“, so Karin Reschke vom Ortsverein. „Wer Lust hat, schaut bei uns rein. Ob nur einmal oder regelmäßig, das entscheidet jeder selbst“.



Kontakt: Antja Hachenberg, Am Rathaus 10, Pinneberg, Telefon: (0 41 01) 5 86 36 73


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