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Pinneberger Tageblatt

22. November 2017 | 04:36 Uhr

Verein : Lebendigkeit als Pendant zum Tod

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

„Klinik-Clowns Hamburg“ berichten über Arbeit in Kinderhospizen, Seniorenheimen, Krankenhäusern und Asylunterkünften

shz.de von
erstellt am 09.Nov.2017 | 17:30 Uhr

Rellingen | Lachen gilt bekanntlich als die beste Medizin. Dass Humor auch ganz konkret dort hilft, wo eigentlich zum Weinen ist, zeigten jetzt Vertreter des Vereins „Klinik-Clowns Hamburg e.V.“ (KCH) im Rahmen des jüngsten Themenabends im Foyer des Rellinger Bestattungsinstituts Vieweg auf.

Ob Krankenhaus, Pflegeheim, Kinderhospiz oder Asylunterkunft: Seit mehr als 15 Jahren sind die hochqualifizierten Humoristen des karitativen Vereins dort lustig, wo oftmals eher Leid, Trauer, Verzweiflung oder Perspektivlosigkeit vorherrschen.

„Klinik-Clowns sind Humorbotschafter, die viele Sprachen sprechen. Oft kommen sie aus pädagogischen Berufen, verstehen sich als Brückenbauer zwischen Gesundheit und Krankheit, Leben und Tod“, sagte KCH-Geschäftsführerin Ulrike Jaenicke. Und sie hätten eine heilende Wirkung auf Körper, Geist und Seele von Kindern, Erwachsenen sowie Senioren. „Aber auch auf deren Angehörige und Pflegekräfte“, so Jaenicke, die nicht alleine nach Rellingen gekommen war. So stand der Vereinschefin „Elli Spirelli“ (Bettina Gläske) zur Seite, die für den Verein nach eigenem Bekunden seit mittlerweile fünf Jahren als Clownin im Einsatz ist.

Die „Klinik-Clowns“ bringen seit nunmehr 15 Jahren ein Lachen in Krankenhäuser, Hospize und Seniorenheime. Von ihrer Arbeit profitieren Patienten jeden Alters, Bewohner, Angehörige und Fachpersonal gemeinsam. Der Verein, der ausschließlich ausgebildete und speziell geschulte Clowns auf Honorarbasis entsendet, ist auf Spenden angewiesen.

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Gläske, die in ihrem normalen Leben IT-Technikerin ist, ließ die Zuhörer – unter ihnen viele, die beruflich selbst in Grenzbereichen tätig sind – eintauchen in ihre Frohsinn bringende, mit viel Liebe und Leidenschaft ausgeübte Nebentätigkeit.

„Natürlich trete ich bei Kindern eher etwas forsch auf und bin im Seniorenheim mehr die Erwachsene, mehr Frau. Dennoch gehe ich in beiden Situationen unbeschwert die Aufgabe(n) an. Mit jeder Menge Lebendigkeit – als Gegenspieler zum Tod“, so die verheiratete Mutter zweier erwachsener Kinder. Die durch den Humor auch eine gewisse Distanz wahren kann.

Ulrike Jaenicke (Geschäftsführerin des Vereins Klinik-Clowns Hamburg, links) und Clownin Elli Spirelli (Bettina Gläske) berichteten ihrem Publikum aus der Arbeit des Vereins.
Ulrike Jaenicke (Geschäftsführerin des Vereins Klinik-Clowns Hamburg, links) und Clownin Elli Spirelli (Bettina Gläske) berichteten ihrem Publikum aus der Arbeit des Vereins. Foto: Stephan Hoppe

Und sich an den Erfolgen freut, wenn sie nach ihren geradezu therapeutisch wirkenden Auftritten spürt, wie einst ängstliche Kinder ruhiger und gelassener – und Senioren im Nachhinein oft agiler, frischer und wacher wahrgenommen würden.

Wenn „Elli Spirelli“ einen Auftritt hat, ist der Inhalt ihres Arbeits-Koffers vielfältig. Bücher, Musikinstrumente, Zaubertricks und natürlich jede Menge rote Nasen zählten ebenso zur Ausstattung wie ein lustiges Outfit und flotte Sprüche.

Ihre Einsatzfelder sind großflächig. „Ich könnte mir sogar vorstellen, Klinik-Clowns für eine Trauerfeier zu engagieren. Die könnten dort so manches Mal ein bisschen Farbe und Wärme in Dunkelheit und Kälte bringen“, sagte eine anwesende Trauerrednerin.

„Wir müssen zulassen, dass der Tod zum Leben dazu gehört. Ich betrachte ihn nicht als Feind. Sondern als einen leichtfüßigen Begleiter. Dem Tod mit Humor begegnen ist kein Unrecht, sondern die Liebe zu meinem eigenen Dasein. Nur so ist es möglich, als Clown am Ende eines gemeinsamen Weges auch schon mal mit Angehörigen an einem Sarg stehen zu können“, so Gläske abschließend. Ehe sie zusammen mit Jaenicke noch einmal darauf hinwies, dass der Verein Klinik-Clowns Hamburg auf Spenden angewiesen sei. Und für weitergehende Infos einen Blick auf die Vereinshomepage empfahl.

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