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Pinneberger Tageblatt

22. September 2017 | 04:57 Uhr

Leben retten ohne zu zögern

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Erste Hilfe-TagHilfsorganisationen rufen zur Auffrischung auf / DRK bietet im Kreis rund 50 Seminare pro Jahr an

Bereits zum 18.    Mal seit seiner Gründung jährt sich der „Tag der Ersten Hilfe“, welcher im Jahr 2000 von der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Halbmondgesellschaften initiiert wurde. Und der seither in 150 Ländern von Rot-Kreuz-Organisationen und Assoziierten jeweils am zweiten Sonnabend im September begangen wird, um einmal mehr die Wichtigkeit der Bedeutung fachgerechter Nothilfe bei Unfällen und Katastrophen im Bewusstsein der Menschen zu verankern.

David Wittmann aus Tornesch hatte bereits einen Erste-Hilfe-Kursus hinter sich, als er während der Arbeit in einem Hamburger Supermarkt vor gut einem Jahr plötzlich ein erst vier Jahre altes Kind mit Atemstillstand im Kassenbereich zusammenbrechen sah. In Gemeinschaftsarbeit mit zwei weiteren Rettern schaffte er es, den kleinen Patienten wiederzubeleben.

Kein Wunder also, dass der junge Mann die alle zwei Jahre anstehende Erste-Hilfe-Auffrischung, zu der ihn sein Betrieb entsandt hat, genauso ernst nimmt wie die übrigen 19 Teilnehmer, welche sich vor kurzem im Ausbildungszentrum des DRK-Kreisverbandes Pinneberg am Oberen Ehmschen in Rellingen eingefunden hatten und unter der Anleitung des langjährigen Erste-Hilfe-Ausbilders Kai Lemke einen kurzweiligen, in Theorie und Praxis aufgeteilten Tag erleben sollten.

„Insgesamt bieten wir an unseren Standorten in Rellingen und Elmshorn etwa 50      Kurse im Jahr an“, sagt DRK-Teamleiterin Franziska Irmer, während die Teilnehmer des Grundkurses nach der Theorie am Vormittag nach dem Mittagessen ans Eingemachte gehen.

Dabei müssen sie in praxisnahen nachgestellten Situationen Herzdruckmassagen und Beatmungen an Puppen durchführen, Druckverbände anlegen, einen verunfallten Motorradfahrer versorgen oder Verletzte mittels Rettungsgriff aus der Gefahrenzone ziehen. „Dieser Basis-Kursus richtet sich in erster Linie an Führerscheinanwärter und Ersthelfer in Betrieben. Aber auch an jeden Interessierten, der im Notfall nicht hilflos herum stehen möchte“, erklärt Kai Lemke bevor er die Seminarteilnehmer auch in puncto Absicherung von Unfallstellen, dem Absetzen von Notrufmeldungen, der Einrichtung der stabilen Seitenlage und auch in der Handhabung eines Defibrillators schult. „Ein ganz wichtiges Gerät, das beim Kammerflimmern zur Anwendung kommt und zum Glück an immer mehr Standorten in Stadt und Land griffbereit zur Verfügung steht“, sagt der erfahrene Ausbilder. Und betont, dass Erste-Hilfe nicht selten die Allerwichtigste ist.

Gerade bei sehr ernsten Notfällen wie einem Schlaganfall oder Herzinfarkt zähle jede Sekunde. „Schnelle Hilfe bei Herzstillstand noch in der ersten Minute erhöht die Überlebenschancen auf etwa 90 Prozent. Jede Minute die verstreicht, reduziert diese dagegen in etwa um ein Zehntel“, erklärt Lemke und fordert jeden dazu auf, im Notfall sein Möglichstes an Hilfeleistung zu geben.

Gegen nicht vorhandene oder in Vergessenheit geratene Notfallhilfe-Kenntnisse kann man mit der Belegung eines entsprechenden Kursus entgegenwirken. Neben dem Grundkursus hält das DRK auch zahlreiche weitere Angebote bereit wie „Erste Hilfe am Kind“, „Fit in Erste Hilfe“, „Erste Hilfe für Erzieher“ oder „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“. Weitere Informationen bietet der DRK-Kreisverband auf seiner Internetseite www.drk-kreis-pinneberg.de.

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