Konzert in Pinneberg : Laut gegen Rechts

Die Elmshorner Band „Mary Jane killed the Cat“ trat auch schon beim „Rock’n’Rose“ in Uetersen auf.
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Die Elmshorner Band „Mary Jane killed the Cat“ trat auch schon beim „Rock’n’Rose“ in Uetersen auf.

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage": Die Schüler der JBS veranstalteten in Eigenregie einen Konzertabend.

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11. November 2013, 12:00 Uhr

Die Musik dröhnt aus den Boxen, junge Bands geben auf der Bühne ihre Songs zum Besten. Die Stimmung ist gut und es ist laut, laut gegen Rechtsradikalismus und Rassismus. Denn die 12 b der Johannes-Brahms-Schule (JBS) feilte mehrere Monate an der Planung und Umsetzung eines Konzertabends im Geschwister-Scholl-Haus.

„Wir haben alle zusammen die Bands organisiert, Flyer gedruckt und für Deko und Getränke gesorgt“, sagt Teamleiterin Natascha Wojahn. Die 18-Jährige und ihre 26 Mitschüler können stolz auf sich sein. Außer den vier Bands aus dem Kreis Pinneberg organisierten sie Security-Personal, meldeten die Veranstaltung beim Ordnungsamt und bauten einen Backstage-Bereich für die Bands – sie wurden mit Essen und Getränken versorgt – und kümmerten sich um die Gestaltung des Abends.

Gemeinsam mit ihrem Ethik-Lehrer Jan Schulz und dem GSH-Leiter Jens Schmidt kam die Veranstaltung zustande. Diese Kooperation soll fortgeführt werden. Die Idee für den Konzertabend entstand bereits im zweiten Halbjahr des vergangenen Schuljahres.

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist eine bundesweite Initiative von dem Trägerverein „Aktion Courage“. „Unser Kurs holte die Initiative an die Schule“, sagt Schulz stolz. Um an dem Projekt teilzunehmen, mussten die Schüler sich engagieren. Sie sammelten Unterschriften. „90 Prozent der Schüler, Lehrer und des technischen Personals der JBS verpflichteten sich dadurch sich an die Grundsätze zu halten“, so der Lehrer.

Zudem müsse für die Aktion immer ein Pate gesucht werden. „Wir haben durch einen Kontakt Eka von Kalben von Bündnis 90 die Grünen für unser Projekt gewinnen können.“ Und die Landtagsabgeordnete besuchte auch den Konzertabend: „Ich finde es toll und wichtig, dass die Schüler sich so engagieren. Und vor allem, dass es so laut ist“, sagt sie.

„Die meisten nehmen Rassismus gar nicht wahr – bis sie selbst davon betroffen sind“, sagte Wojahn. Umso wichtiger sei es, darauf aufmerksam zu machen. Die Schüler wollen damit sensibilisieren: „Wir wollen zeigen wie Rassismus erkannt werden kann – und was man dagegen tun kann“, berichtete Wojahn. So waren in den Räumlichkeiten des GSH viele Aufsteller und Infotafeln zum Thema. Und die Schüler hängten eine LKW-Plane auf, auf der die Besucher ihre Assoziation zu dem Thema „Ich bin gegen Rassismus, weil. . . “ aufschreiben konnten. „Die Plane soll danach in der Schule aufgehängt werden“, sagte Schulz.

Die vier Bands waren größtenteils Schülerbands der JBS. „Dump Bucket“ machten den Anfang mit Nu Metal à la Limp Bizkit. Desweiteren spielten „The Vagabonds“ mit Rock, der an die 60er Jahre erinnerte. Und „S.o.o.D.„ (Sound out of the Dark) deren Sänger, Hannes Voß, kürzlich schon mit Jamie Cullum auf der Bühne stand. Der 18-Jährige hatte bei einem Contest von Radio Hamburg mit seiner Stimme überzeugt.

Special Guest war „Mary Jane killed the Cat“ (MJKTC) aus Elmshorn. Mit etwa 150 Auftritten hat die Band bereits Bühnenerfahrung gesammelt. 2012 traten sie beim Rock’n’Rose in Uetersen auf – als Headliner. Der Sänger der Band Jerrit Tank überzeugte mit Bühnenpräsenz. Schade nur, dass die Akkustik im Saal des GSH nicht optimal war und verhältnismäßig wenig Besucher vor Ort waren.

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