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Vorbild für das Ehrenamt : Laura Roschmann für ihr Engagement geehrt

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Laura Roschmann hat in ihrem freiwilligen Engagement eine Lieblingsbeschäftigung gefunden. Die 17-Jährige hat sich bei der DLRG Pinneberg besonders hervorgetan.

shz.de von
erstellt am 05.Jul.2017 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Viele Vereine verbindet ein gemeinsames Problem: Die Mitglieder werden immer älter. Der Nachwuchs fehlt. „Wann sollen Kinder und Jugendliche denn auch im Verein aktiv sein oder Sport machen?“, lautet eine häufig gestellte Frage. Die Zeit sei nicht mehr da – Ganztagsschulangebote und Nachmittagsunterricht lassen kein Engagement mehr zu.

Oder doch? Laura Roschmann ist der Beweis, dass auch Jugendliche sich im Verein engagieren können und wollen – wenn denn das Angebot stimmt. Bei der Jahreshauptversammlung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Pinneberg wurde die 17-Jährige gleich dreimal geehrt. 78 Stunden war sie als Wachgängerin im Pinneberger Hallenbad aktiv – damit eine der am meisten eingesetzten. Mit mehr als 100 Stunden in der Schwimmausbildung war sie die engagierteste Trainerin. Und dann gab es noch die Ehrung für den Kreismeistertitel in der Rettungsschwimmstaffel.

Laura zuckt auf die Frage, wie sie das neben der Schule schaffe, mit den Schultern. „Ich mache es einfach“, sagt die 17-Jährige, die im vergangenen Jahr ihren Schulabschluss machte und aktuell das berufsvorbereitende Jahr an der Berufsschule in Pinneberg absolviert. Zwei Tage hat sie Unterricht, an drei Tagen Praktika. Im Sommer wird sie eine Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistentin beginnen. „Als es auf die Prüfungen zuging, war es schon hart, aber ich habe dann auch bei der DLRG mit anderen zusammen gelernt oder einfach ein Buch mitgenommen, wenn ich bei der Wache war und zwischendurch Zeit hatte“, sagt Laura.

„Es ist unglaublich, wie sie sich engagiert“, sagt Nils Warnecke, Sprecher Verbandskommunikation der DLRG Pinneberg. Im vergangenen Jahr trat Laura der DLRG bei. „Ich bin vorher schon geschwommen, aber kam mit meiner neuen Trainerin nicht klar. Meine Mutter meinte, ich soll es mal bei der DLRG versuchen und das war die richtige Entscheidung“, sagt die 17-Jährige.

Zunächst sei sie nur geschwommen – das Schwimmabzeichen in Gold hatte sie bereits, dann absolvierte sie die Rettungsschwimmscheine in Bronze und Silber. Und als nächstes Gold? „Nee!“, kommt es wie aus der Pistole geschossen. Ich habe vor dem Tauchen zu viel Respekt und Probleme mit dem Druckausgleich. Wobei ich das sonst vermutlich leistungsmäßig schaffen würde.“ Warnecke hakt an dieser Stelle ein: „Silber reicht für die Wachdienste. Da kann man alles, was man braucht. Gold ist dann einfach nice to have.“

Erste Hilfe und lebensrettende Sofortmaßnahmen gehören zur Ausbildung, die Laura absolviert hat. Doch die 17-Jährige ist froh, bisher nur einfache Fälle gehabt zu haben: „Das Schlimmste, das mir bisher passiert ist, war Pflaster kleben. Und da bin ich froh drüber.“ Dennoch hat sie klare Vorstellungen für die Zukunft: „Ich möchte im Katastrophenschutz helfen.“ Dafür muss sie aber volljährig sein. „Sie wird dann langsam herangeführt, denn die Einsätze können psychisch sehr belastend sein, wenn man beispielsweise jemanden – vor allem Kinder – aus der Elbe retten muss“, erläutert Warnecke.

Wie reagieren denn die Freunde auf so viel ehrenamtliches Engagement? Laura schaut ein wenig verschämt, bevor sie antwortet: „Ich habe meine meisten Freunde hier. Die kennen es nicht anders.“ Schul- und externe Freunde seien manchmal traurig, wenn sie wieder einmal absage. „Das versuchen wir dann nachzuholen.“ Woher kommt denn die Begeisterung für die DLRG? „Ich bin hier ganz toll und schnell aufgenommen worden. Die DLRG ist wie eine zweite Familie für mich“, sagt Laura. Dann ist das Gespräch auch vorbei. Das Jugendeinsatzteam (Jet) wartet. Schließlich ist Übungsabend. Da darf Laura nicht fehlen.

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