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Pinneberger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 15:57 Uhr

Laufen mit einem Lächeln

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Cilli Festerling aus Uetersen meistert Hamburg-Marathon mit Bravour / Sportlerin plant Training für neue Herausforderungen

Temperaturen um neun Grad Celsius, Zuschauer, die am Rand brunchen und die Sportler anfeuern, sowie internationale Lauftalente: „Die Stimmung beim 29. Hamburg Marathon war einfach fantastisch“, bilanziert die Uetersener Läuferin Cilli Festerling (48). Mit einer Zeit von vier Stunden 42 Minuten und drei Sekunden errang sie insgesamt den 11 109. Platz von 17 000 Teilnehmern. Trainer Frank Wittig (36) sprach von einer „Super-Leistung“.

Wittig tauchte mehrmals an der Strecke auf, um seine Läuferin anzufeuern und ihr Mut zuzusprechen. Parallel hielt er ihre Leistung per Foto- und Videoaufzeichnung fest. „Es war also nicht möglich, mal kurz in der Nase zu bohren, man musste überall mit ihm rechnen“, zeigt sich Festerling nach dem insgesamt 42,2 Kilometer langen Marathon humorig. Um die Leistung seiner Läuferin festzuhalten, schwang sich Wittig auch häufiger mal aufs Rad.

Noch im Jahr 2010 – als die Uetersenerin 106 Kilogramm auf die Waage brachte – wagte sie von solchen Leistungen nicht mal zu träumen. „Als ich im Sommer 2011 mit dem Lauftraining begonnen habe, konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich mal derartig sportliche Ambitionen haben werde“, so die Ausbilderin für technisches Produktdesign. Die durchtrainierte Uetersenerin war 20 Jahre lang stark übergewichtig. Mit Ernährungsumstellung sowie Sport schaffte sie es, auf ein Gewicht von 66 Kilogramm zu kommen.


Kuscheleinheiten an der Strecke


Nach Angabe ihres Trainers lief die 48-Jährige ihren ersten Marathon „völlig unverkrampft, mit einem leichten Lächeln im Gesicht“. Immer wieder nahm sie sich die Zeit, um ihren Trainer und ihre an der Strecke anwesenden Freunde „ausgiebig zu knuddeln“. „So viel Zeit musste drin sein, denn ich wollte nicht nur sportliche Leistung bringen, sondern den Marathon auch einfach genießen“, erzählte die ambitionierte Sportlerin und Adonai-Gospelchor-Sängerin.

Und genießen konnte sie die am Fernsehturm beginnende und endende Tour in allen Facetten. Vorbei ging es an bekannten Hamburger Orten wie Elbchaussee und Stadtpark. Attraktive Abschnitte lagen in Stadtteilen wie Altona, Otmarschen, Barmbek und Alsterdorf. „Es herrschte die absolute Partystimmung“, sagte Festerling. Zuschauer erfreuten sich zu musikalischen Klängen von ihren Balkonen aus. Einige ließen es sich nicht nehmen, in unmittelbarer Nähe vom Event zu frühstücken. Ein kleines Mädchen überreichte Festerling getrocknete Aprikosen und „freute sich riesig“, als sie sie entgegennahm. Immer wieder schnackte die Uetersenerin mit dem einen oder anderen Läufer. Insgesamt verfolgten 700 000 Zuschauer den Lauf an der Strecke.

Trainer Wittig wurde nach dem Marathon noch überrascht: „Kaum war sie eine Viertelstunde im Ziel, fragte sie mich, wie wir nächste Woche eigentlich weiter trainieren.“ In der Regel wollten die meisten Läufer nach einem solchen anstrengenden Ereignis erst einmal nicht mehr trainieren. Bei der Uetersenerin sind hingegen schon wieder weitere Wettkämpfe in Seestermühe, Davos und Mallorca angemeldet.

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