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Kreis Pinneberg : Langzeitarbeitslose vermitteln - der „Aufbau“ soll weiter wachsen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Integrationsprojekt der Wirtschaftskademie für Langzeitarbeitslose vermittelt 56 Prozent der Absolventen in einen neuen Job.

shz.de von
erstellt am 15.Dez.2015 | 00:38 Uhr

Kreis Pinneberg | „Es gibt eine Person, die sich freut, dass der Minister heute nicht kann: Ich“, scherzte Sabine Hübner, Abteilungsleiterin Arbeit im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie, gestern bei der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein im „Pinneberger Zentrum“ (Piz). Durch die Absage von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) habe sie die Möglichkeit erhalten, sich hautnah über die Arbeit des Projekts „Aufbau“ zu informieren. „Herr Meyer hat in Hamburg ein Gespräch zum Ausbau der A7. Sicherlich ein nützlicher Termin für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein“, entschuldigte Hübner das Fehlen ihres Vorgesetzten.

„Das Schlimmste, was passieren kann, ist das Fehlen von Fachkräften und parallel eine hohe Sockelarbeitslosigkeit aufgrund mangelnder Qualifikationen“, sagte Hübner mit Blick auf die zukünftigen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt. Von den aktuell etwa 94.000 Arbeitslosen seien 36.000 länger als zwölf Monate auf Jobsuche. „Wir merken, dass unsere Projekte einen hohen Einfluss auf die Zahl der Langzeitarbeitslosen haben“, betonte Hübner. Zehn Projekte, die im Rahmen des Europäischen Sozialfonds gefördert werden, seien im August 2014 gestartet worden. So auch das Integrationsprojekt „Aufbau“, für Langzeitarbeitslose über 25 Jahre , das in Pinneberg umgesetzt wird.

„Wir sehen es nicht nur als unsere Verpflichtung an, Menschen zu helfen, eine adäquate Tätigkeit aufzunehmen, sondern auch Unternehmen bei der Suche nach Fachkräften zu unterstützen. Diese Fachkräfte wollen wir entwickeln und halten“, sagte Detlef Reeker, Geschäftsführer der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein. Vor allem in den Bereichen Pflege, Erziehung und Soziales würden dringend weitere Arbeitskräfte benötigt. Das Ziel von 50 Seminarteilnehmern habe „Aufbau“ deutlich überschritten. 120 Personen sind es aktuell laut Maria Meiners-Gefken von der Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe. Dabei seien die Männer mit 21 Prozent sogar überdurchschnittlich präsent. „Im Pflege- und Sozialbereich gibt es derzeit einen unglaublichen Bedarf an Arbeitskräften“, bestätigte Meiners-Gefken. 83 Prozent der Teilnehmer der Maßnahme hätten einen Abschluss erreicht. 56 Prozent seien in den Arbeitsmarkt vermittelt worden.

„Wir müssen auch in die Köpfe der Menschen investieren“, sagte Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) in ihrer Ansprache. „Der immer wieder beschriebene Fachkräftemangel zeigt sich in einigen Branchen bereits heute deutlich und das auch hier in Pinneberg“, sagte Steinberg. Daher sei es wichtig, Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. „Der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter findet auch hier in Pinneberg statt“, sagte Steinberg, die ihre Unterstützung und die von Wirtschaftsförderer Stefan Krappe für die Zukunft zusicherte. Diese könnte Reeker schon bald in Anspruch nehmen. „Wir wollen uns weiter vergrößern“, betonte er. Ab Frühjahr sollen Integrationskurse angeboten werden. Aktuell werden 70 Personen in Einsteigerkursen betreut.

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