"Landtag? Leute zicken sich an, die sich eigentlich mögen"

Parlamentarier Kai Vogel. brh
Parlamentarier Kai Vogel. brh

Avatar_shz von
01. Februar 2013, 01:14 Uhr

Pinneberg | Seit Mai sitzt Kai Vogel aus Pinneberg für die SPD im Kieler Landtag. In unserer Serie "Auf einen Kaffee mit. . . " spricht der Lehrer über die aus seiner Sicht ersten Erfolge seit der Regierungsübernahme durch Rot-Grün, plädiert für den Bau der A 20 und verrät, dass er gern einmal in einem Tatort mitspielen möchte. Berufspolitiker bin ich geworden, weil . . . . . . ich nach zwanzig Jahren Erfahrung in Familie, Beruf und Kommunalpolitik versuchen möchte, die Probleme in der Gesellschaft anzupacken und zu lösen. Im Landtag zu sitzen ist manches Mal . . . . . . wie ein Theater, wenn man sieht, dass sich Menschen, die sich eigentlich mögen, nur vor laufenden Kameras anzicken. Mit meiner Partei in der Regierungsverantwortung zu sein . . . . . . ist eine Herausforderung, die man sensibel angehen muss. Es macht mich stolz, dass wir das Vertrauen durch den Wähler bekommen haben. Ich habe den Eindruck, dass wir das gut machen. Seit der Machtübernahme haben wir erreicht . . . Machtübernahme? Das gefällt mir nicht. Es ist eine Verantwortung auf Zeit, Macht ist ein unpassender Begriff. Wir haben zum Beispiel erreicht, dass ab dem kommenden Monat 300 zusätzliche Lehrer in den Schulen unterrichten, um die Qualität zu erhöhen. Dort wurde zuvor am falschen Ende gespart. Die Küstenautobahn A 20 muss . . . . . . so schnell wie möglich bis über die Elbe weitergebaut werden. Die Ausdehnung der Metropolregion Hamburg finde ich . . . . . . eine vernünftige und richtige Entwicklung. Viele sollten daran teilhaben, wenn etwas gut funktioniert. Aktive Wirtschaftsförderung bedeutet für mich . . . . . . in einem guten Zusammenspiel aller Beteiligten einen großen Nutzen für die Bevölkerung zu ermöglichen. Von einem Nordstaat halte ich . . . . . . zurzeit nichts. Das muss gelebt und gewollt werden. Das ist aktuell nicht der Fall. Ende 2013 heißt der Bundeskanzler beziehungsweise die Bundeskanzlerin . . . . . . Peer Steinbrück - wie sonst. Wenn ich an die kommunalen Finanzen denke, dann . . . . . . müssen wir es schaffen, dass die starken Kommunen den armen unter die Arme greifen. Es ist meines Erachtens genügend Geld vorhanden. Zudem müssen unnötige Ausgaben des Bundes, beispielsweise das Betreuungsgeld, wegfallen und das Geld an die Kommunen gegeben werden. Chancengerechtigkeit für Kinder ist für mich . . . . . . die Voraussetzung für einen funktionierenden Staat. Für den Kreis Pinneberg wünsche ich mir, dass . . . . . . die einen zügigen Krippenplatzausbau und die Schulsozialarbeit gewährleisten können sowie den sozialen Wohnungsbau massiv vorantreiben können. Meine Partei ist für mich . . . . . . politische Heimat, die durchaus streitet. Aber das ist eine gute Voraussetzung, den richtigen Weg zu erkennen. Parteipolitisches Denken ist für mich . . . . . . mittlerweile alltäglich geworden, weil es mein Beruf ist. Für mich gehört zu diesem Denken die Bereitschaft, Kompromisse zu finden. Mein Lebensmotto ist . . . . . . Hilf denen, die es im Leben nicht so leicht hatten wie du. Mein größter Fehler ist, dass . . . . . . ich manchmal sehr ungeduldig bin und meine Leidenschaft für Gummibärchen. Kritik ist für mich . . . . . . notwendig, um mich hinterfragen zu können. Die größte Herausforderung meines Lebens ist . . . . . . zu erreichen, das unsere Kinder später sagen, dass wir das meiste in der Erziehung richtig gemacht haben. Meinen letzten Strafzettel habe ich kassiert für . . . . . . falsches Parken an der Drostei. Ich hatte gehofft, nicht erwischt zu werden. Ich habe das letzte Mal gelogen, als . . . . . . mein Sohn fragte, ob ich mich schon um die Weihnachtsgeschenke gekümmert und ich dieses geleugnet habe. Richtig abschalten kann ich . . . . . . in der Familie oder beim Joggen. Begeistern kann ich mich für . . . . . . ehrenamtliches Engagement. Ich finde es toll, dass Menschen viel Zeit dafür aufbringen. Und für einen Sieg des HSV. Wütend macht mich, wenn . . . . . . ich angelogen werde. Kinder an die Macht - dazu fällt mir ein . . . . . . das Lied von Herbert Grönemeyer. Ich halte es für sinnvoll, Kindern mehr Möglichkeiten zu geben, sich an Entscheidungen der Erwachsenen zu beteiligen. Charakterstärke ist für mich . . . . . . bei seiner Meinung zu bleiben, auch wenn einem der Wind heftig ins Gesicht bläst. Wenn ich einen Tag lang . . . sein könnte, dann . . . . . . würde ich gern als Aushilfskommissar in einer Fol ge des Tatort mitspielen oder als US-Präsident deren freizügiges Waffengesetz abschaffen. Eine lokale Tageszeitung zu lesen ist für mich . . . . . . der normale Start in den Tag. Es gehört für mich dazu.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen