Interaktive Grafik : Landrat Oliver Stolz über die aktuelle Flüchtlingssituation im Kreis Pinneberg

In Hamburg ist die Unterbringung in Zelten bereits Realität, der Kreis Pinneberg möchte diese vermeiden, aber Tabus soll es bei der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten derzeit auch nicht geben.
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In Hamburg ist die Unterbringung in Zelten bereits Realität, der Kreis Pinneberg möchte diese vermeiden, aber Tabus soll es bei der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten derzeit auch nicht geben.

Die wichtigste Aufgabe ist: Die Suche nach Unterkünften. Landrat Oliver Stolz stellt die aktuelle Flüchtlingssituation im Kreis dar.

shz.de von
18. September 2015, 14:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Landrat Oliver Stolz hat in der Kreistagssitzung am Mittwochabend die aktuelle Situation der Flüchtlinge im Kreis Pinneberg dargestellt und den Politikern mitgeteilt, welche Aufgaben in der kommenden Zeit auf die Verwaltung zukommen werden. Eine Diskussion zu diesem Thema gab es jedoch nicht, denn der Ältestenrat des Kreistags hatte im Vorfeld der Sitzung bereits entschieden, auf Wortmeldungen zu Stolz’ Bericht zu verzichten.

In den kommenden Wochen müsse der Kreis Pinneberg mit monatlich bis zu 500 neuen Zuweisungen rechnen, sagte Stolz. Allerdings plane das Land, die Verteilung der Flüchtlinge auf die Kreise ab Oktober zu ändern und diese nicht nur von der Einwohnerzahl der Kreise abhängig zu machen, sondern auch von weicheren Faktoren, wie etwa der örtlichen Gegebenheiten. Ähnliches sollte auch für den Kreis Pinneberg gelten, sagte Stolz.

In Bezug auf die Unterbringung der Asylbewerber sagte Stolz: „Es geht nicht mehr um Standards, um Zuständigkeiten, um Höchstgrenzen, sondern in allererster Linie um ein Dach über dem Kopf, um Sicherheit, um elementare Bedürfnisse.“ Bei der Suche nach Unterkunftsmöglichkeiten dürfe es derzeit keine Tabus geben, denn es gehe darum, möglichst viele denkbare Plätze zu finden. Welche sich tatsächlich eignen, könne man im Nachhinein immer noch festlegen, sagte Stolz. Zudem müsse die Schaffung von Wohnraum beschleunigt werden, indem die Standards abgesenkt werden, etwa in Bezug auf Energieeinsparungen oder das Vergaberecht.

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Eine Erstaufnahme im Kreis Pinneberg stehe derzeit nicht im Raum, sagte Stolz. „Die Landesregierung hat bislang nicht angefragt.“ Dies könne sich jedoch kurzfristig ändern, und dann werde der Kreis sich dem nicht entgegenstellen, auch wenn dies eine besondere Belastung bedeute.

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Stolz hob in seinem Bericht auch hervor, dass das Engagement für die Flüchtlinge im Kreis Pinneberg gut funktioniere. So böten nicht nur die bewährten Hilfsorganisationen wie das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz oder die Feuerwehren ihre Unterstützung an, sondern auch andere Vereine und Verbände brächten sich ein. So habe sich der Kreissportverband bereits engagiert und auch der Kreisjugendring habe seine Unterstützung angeboten. „Gemeinsam geht es besonders gut“, so Stolz. All das mache optimistisch, dass die etwa 16 Millionen Euro, mit denen der Kreis Pinneberg für das Jahr 2016 rechne, eine gute Investition in die Zukunft seien, „gegen den demografischen Wandel, gegen den Fachkräftemangel, für eine offene Gesellschaft, für Vielfalt und für ein positives Bild Deutschlands in Europa und in der Welt.“

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