Landfrau zwischen zwei Welten

Die Kreisverbandsvorsitzende Frauke Brinckmann (Mitte) ehrte die Landfrauen Frauke Witt vom Ortsverband Pinneberg (links) und Martina Mohr vom Ortsverband Quickborn für langjährige Vorstandsarbeit.
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Die Kreisverbandsvorsitzende Frauke Brinckmann (Mitte) ehrte die Landfrauen Frauke Witt vom Ortsverband Pinneberg (links) und Martina Mohr vom Ortsverband Quickborn für langjährige Vorstandsarbeit.

Mitglied mit iranischen Wurzeln spricht beim Kreistreffen / Zwei Ehrungen für Engagement

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07. November 2018, 16:00 Uhr

Kann eine Iranerin zu einer aktiven Landfrau in Deutschland werden? Dass dies möglich ist, belegte Parvin Hemmecke-Otte auf dem Pinneberger Kreislandfrauentag 2018 am vergangenen Freitag in der Uetersener Gaststätte Zur Erholung. Die aus dem Iran stammende Agraringenieurin und langjährige Vorsitzende des Kreislandfrauenverbands Braunschweig berichtete in einem Diavortrag von ihrem „Leben zwischen zwei Welten“. Die stellvertretende Vorsitzende der Landfrauen im Kreis Pinneberg, Ulrike Kühl vom gastgebenden Landfrauenverein Nordende und Umgebung, begrüßte zu der Veranstaltung rund 220 Besucher. Ihre Worte zur Situation und den Herausforderungen für Landwirtschaft und ländlichen Raum verfolgten Landfrauen aus den neun Ortsvereinen im Kreis Pinneberg und aus anderen Kreisverbänden, die schleswig-holsteinische Landesvorsitzende der Landfrauen, Ulrike Röhr, sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung. Musikalisch umrahmte Musiker und Sänger Joachim „Joki“ Theege aus Kronsnest den Kreislandfrauentag mit plattdeutschen Liedern.

Ulrike Röhr lobte die ehrenamtliche Vorstandsarbeit der Landfrauen in den Verbänden. Sie sorge für den Zusammenhalt in den Orten und die Verbindung zwischen ländlichem und städtischem Raum, schaffe ein tragfähiges Netzwerk.

Sie berichtete von der Arbeit des Landesverbands zu Themen wie Weiterbildung, Telemedizin und Pflege und Wohnen im Alter und erinnerte an den gelungenen Landfrauentag 2018 mit Marie-Luise Marjan als Gast. Als besonders wichtig hob Röhr den Einsatz der Landfrauen für ein nachhaltig gestaltetes Leben im ländlichen Raum hervor. Frauke Brinckmann, Pinnebergs Kreisverbandsvorsitzende, verlieh zwei „Silberne Bienen“ für langjährige Vorstandsarbeit: an Frauke Witt vom Ortsverband Pinneberg für zwanzig Jahre und Martina Mohr vom Ortsverband Quickborn für acht Jahre.

Gastrednerin Parvin Hemmecke-Otte gewährte detailreiche Einblicke in ihr Leben und die Unterschiede zwischen der deutschen und iranischen Kultur. Sie wuchs in Karman auf der Pistazienplantage ihrer Eltern auf, kam eigentlich nur für ihr Studium nach Deutschland und blieb dann doch. Die junge Iranerin heiratete einen Braunschweiger Landwirt und widmete sich fortan Spargel, Getreide und Schafen. Durch ihre Schwiegermutter kam sie vor über 25 Jahren zu den Landfrauen. „Ich hatte davon keine Ahnung und musste um Anerkennung kämpfen, aber nach vier Jahren war ich Vorsitzende“, so Hemmecke-Otte. Mit Neugier, Engagement und offener Kommunikation machte sie ihren Weg von der Orts- zur Kreisverbandsvorsitzenden und zur bundesweiten Landfrau des Jahres 2012. „Bei den Landfrauen habe ich viel gelernt. Sie sind meine Heimat geworden“, resümierte sie. Längst nutze sie im Interesse der Völkerverständigung das große Landfrauennetzwerk für weiteres soziales und kulturelles Engagement in Braunschweig und Karman, organisiere auch Reisen für Landfrauen und andere Interessierte in den Iran. „Öffnen Sie sich für Frauen anderer Kulturen, davon profitieren alle“, appellierte Hemmecke-Otte mit ihrem Schlusswort an die Landfrauen.

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