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Pinneberger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 01:51 Uhr

Landessieger kommt aus Tangstedt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bester Baumschuler in Schleswig-Holstein: Robin Zschage schließt mit 1,4 seine Ausbildung ab / Auszeit in Neuseeland

von
erstellt am 20.Sep.2014 | 14:20 Uhr

„Er hat das in den Genen – das sehe ich als Fachmann schon nach kurzer Zeit“, sagt Werner Zorn, Senior-Chef der gleichnamigen Tangstedter Baumschule über seinen Azubi, der kürzlich als Landesbester Lehrling in seinem Bereich ausgezeichnet wurde. Dabei hat niemand in Robin Zschages Familie mit einem Beruf aus der Branche zu tun, versichert der 21-Jährige.

„Meine Mutter sagt, ich hätte mich schon als Kind für Pflanzen interessiert“, berichtet Robin. Dennoch war er nach der Schule unschlüssig, wohin ihn sein weiterer Weg führen sollte. Also hängte der Schulabgänger ein Berufsfindungsjahr an die Schulzeit dran. Zschage absolvierte Praktika in ganz verschiedenen Bereichen, bis er eines Tages in der Baumschule Zorn landete – und blieb. Drei Jahre lang lernte er von der Pike auf, was ein Baumschuler können muss. „Das fängt mit dem Eintopfen im Frühjahr an und hört auf mit dem Fertigmachen der Pflanzen für den Versand“, umreißt Zschage seine Arbeit. Dazwischen liegen viele theoretischen Kenntnisse, die dann in der Praxis geübt werden müssen: das Zurückschneiden der Gewächse, das Düngen und das Vermehren der Pflanzen.

„Mit hat das Veredeln von Obstbäumen besonders viel Spaß gemacht“, sagt Zschage. Beispielsweise wenn auf den Sämling eines Wildapfels – der Unterlage – ein Zierapfel – das Edelreis – aufgesetzt wird. „Zwei schräge Schnitte sind dafür nötig“, erklärt Zschage und zeigt an einem kleinen Quittenbaum die immer noch sichtbare Stelle, an der die Gehölze zusammengefügt wurden.


Pflanzenschutz, Dünger und Bodenkunde


Auf dem 4,5 Hektar großen Gelände, auf dem Containerware bearbeitet wird, kennt sich Zschage bestens aus, hier hat er die meiste Zeit seiner Ausbildung verbracht. „Insgesamt haben wir zwölf Hektar Fläche, der Rest ist Freigelände“, erklärt Zorn. Auch dort gab es einiges zu lernen, beispielsweise Pflanzen mitsamt Wurzel so auszustechen, dass der Wurzelballen intakt bleibt und die Pflanze verkauft werden kann.

Bereits im Mai absolvierte Zschage die theoretische Prüfung. „Anders als viele Auszubildende hatte Robin mit dem Fach Wirtschaft und Politik keine Schwierigkeiten“, lobt der Ex-Chef. Auch im Bereich Botanik habe Robin fleißig gelernt. „Das waren schon drei Jahre, in denen ich konzentriert für die Schule arbeiten musste“, gibt Robin zu.

Dafür gönnt er sich jetzt eine Auszeit: „Ich fliege Anfang Oktober für ein knappes Jahr nach Neuseeland“, freut sich Zschage. Mit dem Rucksack unterwegs, will er auch versuchen, dort zu jobben. „Da kommen dir die lateinischen Namen in der Botanik vielleicht zugute – die sind überall auf der Welt gleich“, sagt Zorn. Danach will Zschage weiter die Schulbank drücken, sein Abitur nachholen – und vielleicht sogar studieren.

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