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Datenschutz : Landesbeauftragte Marit Hansen informiert über den sicheren Umgang mit privaten Informationen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2017 | 10:05 Uhr

Quickborn | In Deutschland gibt es ein sogenanntes Datenschutz-Grundrecht. Es besagt, dass jeder selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner Daten zu bestimmen hat. Soweit die Theorie. In der Praxis wissen die wenigsten Internet-Nutzer, wo im Netz ihre persönlichen Daten herumschwirren. „Das sollten Sie ändern“, sagte die Landesbeauftragte für Datenschutz in Schleswig-Holstein. Marit Hansen ist seit 2015 im Amt. Auf Einladung der Senioren-Union und des CDU-Stadtverbands Quickborn hatte sie über „Datenschutz im täglichen Leben“ informiert.

Die Zuhörer wollten von der Fachfrau unter anderem wissen, wie sie sich vor Datenmissbrauch beim Einkaufen schützen könnten. Hansen warnte vor Payback-Karten: „Da verkauft man einen Teil seiner Rechte.“ Sie erläuterte, dass Cookies, also kleine Datein, die automatisch in Internetprogrammen wie dem Internet-Explorer oder Firefox-Browser abgelegt werden, identifizieren können, wer sich wie lange in einem virtuellen Shop aufhält.

Hansen kritisierte auch Clouds, virtuelle Datenspeicher im Internet: „Aus technischer Sicht sind Clouds natürlich gut. Aber aus Kontrollsicht sind sie der reine Albtraum.“ Hansen empfahl ein Drei-Punkte-System. „Zuerst einmal müssen Sie sensibel sein und aufpassen. Dann nehmen Sie Ihre Rechte auf Auskunft, Berichtigung oder Löschung Ihrer Daten wahr. Einwilligungen, die Sie gegeben haben, können Sie jederzeit widerrufen. Und wenn das alles nichts bringt, schalten Sie uns ein.“

Mit „Uns“ ist in diesem Fall das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) gemeint. Jedes Bundesland hat eine eigene Behörde. In Schleswig-Holstein kümmern sich 32 Mitarbeiter um alle Datenschutz-Anfragen der Bürger. Die Themen sind bunt: Da geht es um Patienten-Akten im Altpapier-Container. Um Leute, die früher bei Demos mitgelaufen sind, sich verbeamten lassen wollen und Ärger wegen alter Polizeiakten befürchten. Ganz aktuell seien auch vermehrt Anfragen von Reisenden darunter, die wissen wollten, wie ihre Daten in den USA behandelt würden, so Hansen. Die Landesbeauftragte wurde aber auch schon mit einer 89-Jährigen konfrontiert, die sich ausgebeten hat, ihre Daten ja nicht an den Bürgermeister weiterzugeben, weil der sonst zum 90. Geburtstag bei ihr vorbeikommen würde. Hansen sagte: „Wir bekommen täglich durchschnittlich 20 Anfragen.“

Vier der Mitarbeiter kümmern sich allein um Anfragen zu öffentlichen Kameras. „Die Leute wollen wissen, warum und ob sie gefilmt wurden. Ein sensibles Thema“, sagt Hansen. Thomas Dänecke von der Quickborner Senioren-Union und viele seiner Mitstreiter würden gezielt eingesetzte Kameras begrüßen. Grund: „Die Glascontainer in Quickborn sind permanent vermüllt“, so Dänecke. Es würde dort auch Öl und ähnlich Umweltschädliches entsorgt. Das könne zu Grundwasserverschmutzungen führen. „Da ist eine Kamera, die Übeltäter abschreckt, das kleinere Problem“, meinten auch einige Zuhörer. Die Diskussion ist nicht neu. Die Senioren-Union ist mit diesem Ansinnen von der Datenschutz-Behörde schon einmal abgeblockt worden. Jetzt versprach Hansen aber: „Ich werde die Akte nochmals ziehen und überprüfen.“

Alle Schleswig-Holsteiner können Anfragen zum Thema „Datenschutz“ an das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein, Holstenstraße 98, 24103 Kiel, schicken. Die Behörde ist auch unter Telefon 0431-9881200 und per E-Mail an mail@datenschutzzentrum.de zu erreichen. Weitere Informationen gibt es im Internet: www.datenschutzzentrum.de.
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