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Ehrenamt : Landesarbeitsgemeinschaft sucht Berater für Senioren

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Landesarbeitsgemeinschaft Heimmitwirkung organisiert Unterstützung für Bewohner von Pflegeeinrichtungen.

Kreis Pinneberg | Die Bewohner von Pflegeeinrichtungen können meist nicht mehr für sich selbst kochen und sind selten noch mobil – trotzdem wollen sie darüber entscheiden, was sie zu Mittag essen oder wie sie ihre Nachmittage verbringen. Um ihre Wünsche verwirklichen zu können, bekommen sie Hilfe von ehrenamtlichen Beratern wie dem Ehepaar Ingrid und Alfred Abel. Die beiden suchen nun Verstärkung.

Um Pflegeheimbewohnern zu mehr Selbstbestimmung zu verhelfen, gibt es in schleswig-holsteinischen Heimen Beiräte, die die Interessen der Bewohner vertreten. Unterstützung erfahren sie dabei von den Beratern. So engagieren sich die Abels seit 13 Jahren ehrenamtlich. Sie rühren nun auf der Suche nach Mitstreitern die Werbetrommel für die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Heimmitwirkung Schleswig-Holstein.

Als den Abels 2004 die Rente kurz bevor stand, dachten sie sich: „wir sind zu jung, um nur Zuhause zu sitzen“, sagt Ingrid Abel. So kam es, dass sich das Paar von der LAG zu Beratern ausbilden ließ. Seitdem betreuen die beiden Bewohnerbeiräte in Altenheimen.

Zu den Aufgaben der Beiratsmitglieder zählt unter anderem, die Beschwerden der Bewohner entgegenzunehmen und zu behandeln sowie Anregungen an die Heimleitung zu geben. Unterstützt werden sie dabei von den ausgebildeten LAG-Beratern. In der Appener Pflegeeinrichtung Dana, in der Ingrid und Alfred Abel aktiv sind, bespricht der fünfköpfige Bewohnerbeirat beispielsweise einmal im Monat den Speiseplan mit dem Koch. Alle zwei Monate hält der Beirat eine Sitzung ab, in der die Mitglieder sich damit beschäftigen, in wieweit die Themen der letzten Sitzung umgesetzt werden konnten.

Berater greifen Senioren unter die Arme

Die LAG-Berater werden in ihrer Ausbildung im Selbstbestimmungsstärkungsgesetz geschult, das – wie der Name bereits verrät – die Bewohner von Pflegeeinrichtungen darin bestärkt, selbst zu bestimmen, wie sie leben wollen. Mit dem Wissen unterstützen die Berater den Bewohnerbeirat dabei, möglichst viel Partizipation für die Senioren zu erreichen. Außerdem leiten die Berater alle zwei Jahre die Neuwahlen des Beirats. In ihrer Arbeit erhalten die Ehrenamtlichen widerum Unterstützung von der LAG: Der Verein organisiert Fortbildungen und ein jährliches Regionaltreffen.

Dana-Heimleiterin Anne Schäfer schätzt die enge Zusammenarbeit mit dem Beirat und den Beratern. Es gebe nur in wenigen Bundesländern Bewohnerbeiräter mit so großer Mitbestimmung. „Ich weiß von Kollegen in Hannover, die alleine klar kommen müssen. Bei Fragen rufen die mich schon mal an,“ berichtet Schäfer. Auch die Bewohner schätzen das ehrenamtliche Engagement der Berater sehr. Der Vorsitzende des Dana-Bewohnerbeirats, Herbert Klein, sagt: „Ich freue mich, dass die Abels uns immer so gut unterstützen.“

Um den Bewohnern anderer Pflegeeinrichtungen die Möglichkeit zu geben, so viel Mitbestimmung zu erreichen wie die Bewohner der Dana-Seniorenresidenz, sucht die LAG engagierte Menschen, die sich zum Berater ausbilden lassen. Im Kreis Pinneberg gibt es 43 Einrichtungen, dem gegenüber stehen acht aktive Berater. Die Ausbildung erfolgt in drei zweieinhalb Tage langen Grundschulungen.

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erstellt am 04.Aug.2017 | 14:00 Uhr

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