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Pinneberger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 00:29 Uhr

Kellergraben : Land unter in Ellerbek

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Jetzt drängen die Anwohner auf eine schnelle Lösung.

von
erstellt am 23.Feb.2016 | 12:15 Uhr

Ellerbek | Steffen Otto seufzte leise, als er gestern Morgen vor die Haustür trat: Wieder einmal blickte er auf eine Seenlandschaft in seinem Garten in der Ellerbeker Kellerstraße.

„Das Rückhaltebecken am Pütjenweg ist voll, der Notüberlauf wurde ausgelöst – und das nach gerade mal zwei Tagen mit etwas mehr Regen“, sagte Otto. Damit fließe zu viel Wasser in den Kellergraben, der dann regelmäßig die angrenzenden Wiesen überflutet. „Vor einem Jahr gab es ein Gespräch mit den Bürgermeistern von Ellerbek und Rellingen, die uns zusicherten, eine schnelle Lösung zu finden“, berichtete Otto. Auch ein Gutachten sei erstellt worden: Einzig die teuerste Möglichkeit, nämlich einen Bypass zu schaffen, der das überschüssige Wasser ableitet, sei demnach nachhaltig. „Passiert ist aber immer noch nichts“, sagte Otto verärgert.

Eindeutig sei für ihn indes, dass Ellerbek ausbadet, was Rellingen verursacht: „Mit jeder weiteren Versiegelung von Fläche in Rellingen, insbesondere in Egenbüttel, verschlimmert sich unser Problem“, sagte Ottos Nachbar Ulrich Dreßel. Doch keiner fühle sich so richtig zuständig – und die Anwohner sich im Stich gelassen. Obwohl das Problem schon seit zehn Jahren bekannt sei, habe es noch keinen Spatenstich gegeben, um endlich Abhilfe zu schaffen. „Die sollen endlich in die Hufe kommen, es ist schon so viel gesprochen worden aber es passiert nichts“, teilte Dreßel den Unmut mit seinem Nachbarn.

„Ich kann im Moment tatsächlich nur vertrösten“, sagte Heinz-Martin Timm (CDU), Bauausschussvorsitzender in Ellerbek auf Nachfrage dieser Zeitung. Noch gebe es Fragen mit der Rellinger Verwaltung zu klären, konkrete Pläne gebe es derzeit nicht. „Das Thema wird wohl in der nächsten Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag, 10. März, wieder auf der Tagesordnung stehen“, kündigte Timm an.

Das Rückhaltebecken am Pütjenweg ist randvoll – und das, nach gerade einmal zwei Tagen Regenwetter.
Das Rückhaltebecken am Pütjenweg ist randvoll – und das, nach gerade einmal zwei Tagen Regenwetter. Foto: Springer
 

Über den Sachstand aus Rellinger Sicht berichtet Bauamtsleiter Tom Rasmussen: „Nach dem letzten Gespräch hatten wir vereinbart, dass Gespräche mit den Eigentümern größerer Flächen in Rellingen geführt werden sollen.“ Ziel sei gewesen, Polderflächen zu schaffen oder Erdwälle zu errichten. „Leider konnte keine Einigung erzielt werden“, sagte Rasmussen.

Konkret werde derzeit geprüft, ob das Volumen des Staubeckens erhöht werden könne. „Das eigentliche Problem wird jedoch nicht im Bereich des Rückhaltebeckens zu lösen sein“, ist der Rellinger Bauamtsleiter der Überzeugung. Seine Begründung: „Laut Gutachten des Ingeni  eurbüros ist die Aufnahmekapazität des Rohrs am Ende des Kellergrabens vor der Einleitung in die Mühlenau zu gering, das Rohr ist ganz einfach zu klein für die Menge an ankommendem Wasser“, erläutert Rasmussen. Deshalb komme es immer wieder zur Überschwemmung der Wiesen neben dem Graben. „Auch, wenn wir das Volumen des Beckens erhöhen können, ist das Problem der zu geringen Rohrkapazität damit nicht behoben“, sagte er.

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