Absage : Land lehnt Elmshorns Bahnhofs-Träumereien ab

So sollte es laut Siegerentwurf aussehen: Der Blick aus dem Zug auf das futuristische Bahnhofsdach.
So sollte es laut Siegerentwurf aussehen: Der Blick aus dem Zug auf das futuristische Bahnhofsdach.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Meyer erteilt den Plänen der Stadt Elmshorn eine Absage.

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09. März 2017, 16:10 Uhr

Elmshorn | Eine riesige, kühn und futuristisch anmutende Dachkonstruktion unter der sich Autos, Busse und Bahn, Fußgänger und Radfahrer treffen. Der Siegerentwurf des europaweiten Ideenwettbewerbs für den Umbau des Elmshorner Bahnhofs sorgte 2010 für Furore. Eine neue Mitte, ein städtebauliches Aushängeschild sollte entstehen. Doch die hochfliegenden Bahnhofs-Träumereien drohen jetzt jäh zu platzen. Landesverkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) holt die Elmshorner auf den harten Boden der Tatsachen zurück: „Alle Praktiker sagen, dass der Siegerentwurf gut aussieht, aber schwer umsetzbar und viel zu teuer ist“, betonte der Minister im Gespräch mit den EN. Es gebe auch räumlich wenig Gestaltungsspielraum. Meyers klare Ansage: Die Elmshorner müssten sich von ihrem schönen Architektenwettbewerb verabschieden. Meyer verweist auf die jetzt eingesetzte Lenkungsgruppe für den Elmshorner Bahnhof, in der die gleichen Planer säßen wie für den Bahnhofsumbau in Pinneberg. „Ich glaube, so kriegen wir das hin.“ In Pinneberg wird längst gebaut, soll 2020 alles fertig sein. In Elmshorn ist selbst der Baubeginn noch völlig ungewiss.

Doch Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje schreckt die Minister-Ansage keineswegs. „Realismus geht natürlich vor Futurismus. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir wesentliche Elemente des Siegerentwurfes auch umsetzen können, auch wenn wir in einigen Bereichen etwas anders machen müssen.“ Er verweist auf die Machbarkeitsstudie, die jetzt in Auftrag gegeben wird. „Dann können wir auch über konkrete Kosten für die einzelnen Maßnahmen sprechen.“

Noch in diesem Jahr sollen Lösungen präsentiert werden. Klar sei: Die Funktion sei wichtiger als die Optik des neuen Bahnhofs. „Die realistische Umsetzbarkeit von den einzelnen Vorhaben wird geprüft.“ Hatje betont, dass der Bahnhofsumbau in Elmshorn wesentlich komplizierter sei als in Pinneberg und sich die Verhandlungen mit der Bahn schwierig gestalteten. „Dieses Unternehmen handelt nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Die Stadt kann nicht einfach ein Dach über die Bahngleise bauen.“ In der Lenkungsgruppe ist die Stadt Elmshorn mit vier Personen vertreten. Das Gremium tagt alle drei Monate. Hatje kämpft um seinen Bahnhofs-Traum.

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