Lagerhalle steht in Flammen

Da das Gebäude einsturzgefährdet war, ging die Feuerwehr nur von außen gegen die Flammen vor.
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Da das Gebäude einsturzgefährdet war, ging die Feuerwehr nur von außen gegen die Flammen vor.

Fünfeinhalb Stunden Löscheinsatz in leer stehendem Gebäude im Industriegebiet / Mögliche Brandstiftung: Polizei sucht Zeugen

shz.de von
31. Juli 2018, 16:17 Uhr

Es war eine kurze und sehr warme Nacht für 74 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Pinneberg und Prisdorf. Eine leer stehende Lagerhalle auf dem ehemaligen Industriegelände an der Hermannstraße stand in der Nacht von Sonntag auf Montag in Flammen. Um 21.52 Uhr ging der Alarm in Pinneberg ein. Anwohner hatten Flammenschein und Rauchentwicklung beobachtet. Die Hans-Hermann-Kath-Brücke wurde aufgrund der starken Rauchentwicklung in dem darunterliegenden Gebäude für zwei Stunden gesperrt. Fünfeinhalb Stunden dauerte der Einsatz, bis die Lagerhalle zur Ermittlung der Brandursache an die Kriminalpolizei übergeben werden konnte. Verletzt wurde niemand.

„Aufgrund der Größe des Feuers haben wir Vollalarm ausgelöst“, sagte Pinnebergs Wehrführer Claus Köster, der in der Nacht die Einsatzleitung übernahm, gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Die um kurz nach 22 Uhr nachrückenden Kräfte der Waldenauer Wache kümmerten sich um den Löschangriff aus Richtung der Skateboardbahn. Schon das Erreichen des Einsatzortes gestaltete sich laut der Feuerwehr schwierig. Der betroffene zirka 300  Quadratmeter große Teil der Halle war stark bewachsen. Die Feuerwehr musste mit Kettensägen Bäume und Sträucher entfernen.

Da sich das Feuer schnell im Deckenbereich ausbreitete, wurde zusätzlich auch die Feuerwehr Prisdorf nachalarmiert, um genügend Atemschutzträger vor Ort zu haben. „Die hohe Außentemperatur von über 20 Grad hat den Löscheinsatz sehr erschwert. Das ist eine extreme Belastung und stellte uns vor eine zusätzliche Aufgabe“, sagte Köster. „Deswegen geht ein großer Dank an die Prisdorfer Wehr, die uns unter diesen Bedingungen tatkräftig unterstützt hat.“

Die Feuerwehr löschte vom Eingang der zirka 700 Quadratmeter großen Halle aus. „Die Stabilität des Gebäudes war nicht mehr gesichert. Aus dem Grund haben wir darauf verzichtet, hinein zu gehen, und nur von außen gelöscht“, erklärte der Wehrführer. Ein Bagger wurde angefordert, um die Außenwand einzureißen. Damit wurde die Brandbekämpfung vereinfacht. Gestern morgen flammte die Glut gegen 8.30 Uhr noch einmal auf. „Es gab eine Nachalarmierung“, sagte der Wehrführer. „Das Szenario vor Ort stellte sich allerdings als harmlos heraus.“

Warum das Feuer ausgebrach, ist laut der Kriminalpolizei Pinneberg noch nicht klar. Jedoch stehe laut Dirk Scheele von der Pressestelle der Polizeidirektion Bad Segeberg der Tatverdacht der Brandstiftung im Raum. Die Anwohner, die das Feuer meldeten, hätten drei dunkel gekleidete männliche Personen unmittelbar an der Halle bemerkt. Diese sollen laut Zeugenaussage von schlanker Statur und jung gewesen sein. Eine Fahndung mit Streifenwagen verlief ohne Ergebnis, so die Polizei. Sie nimmt Zeugenhinweise zu den Flüchtigen unter Telefon (0 41 01) 20 20 entgegen.

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